Die meisten Familien in Guinea-Bissau betreiben Landwirtschaft oder Fischerei für den Eigenbedarf.
Die meisten Familien in Guinea-Bissau betreiben Landwirtschaft oder Fischerei für den Eigenbedarf. © Plan/Roland Geisheimer

Guinea-Bissau im Überblick

Guinea-Bissau liegt an der Küste Westafrikas und ist ein relativ flaches Land – die höchste Erhebung von 300 Metern befindet sich im Landesinneren. Vor seiner Küste liegt der Bijagos-Archipel mit vielen, teils bewohnten Inseln. Im Osten des Festlandes gibt es eine vorwiegend trockene Savannenlandschaft, die Küste prägen hingegen tropischer Regenwald und Mangrovensümpfe. Wegen der flachen Topografie wirken sich die Gezeiten stark aus. Bei Flut stehen Teile des Küstenlandes bis hin zu den Flussufern im Landesinneren unter Wasser.

Einwohner 1,7 Mio. (Deutschland: 82,7 Mio.)
ø Lebenserwartung 55 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit* 124 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
BNE** pro Kopf 520 USD (D: 46.100 USD)
Alphabetisierungsrate*** Frauen 69 %, Männer 80 %
Landesfläche 36.125 qkm, (D: 357.050 qkm)
Hauptstadt Bissau
Landessprachen Portugiesisch, Criolou
Religion Islam (50%), lokale Glaubensrichtungen (40%), Christentum
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF-Report 2015, UNDP „Bericht über die menschliche Entwicklung 2015“, Auswärtiges Amt

Geschichte

Im 15. Jahrhunderts ließen sich Portugiesen zum Sklavenhandel in Guinea-Bissau nieder. 1884 begann die portugiesische Kolonialisierung. Nach einem langjährigen Befreiungskampf wurde Guinea-Bissau 1974 unter Luis Cabral unabhängig. Mehrere Militärputsche prägten die politische Entwicklung des unabhängigen Guinea-Bissau. 1998 gipfelte ein Putschversuch in einem einjährigen Bürgerkrieg. Nach Beendigung der Kämpfe wurde Kumba Yalá zum Präsidenten gewählt. 2003 erfolgte ein erneuter Militärputsch.

Situation heute

Nach einem Militärputsch im April 2012 übernahm eine zivile Übergangsregierung unter Präsident Serifo Nhamadjo die Regierungsgeschäfte, bis im April 2014 José Mario Vaz zum Präsidenten gewählt wurde. Ein wichtiges innenpolitisches Thema ist die wachsende Drogenkriminalität; Guinea-Bissau gilt als einer der wichtigsten Umschlagplätze für Kokain. Die Indikatoren sozialer Entwicklung gehören zu den niedrigsten weltweit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Der Anteil junger Menschen im Land ist hoch.

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