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Projekt Girls Lead - Sichere Städte für Mädchen in Ägypten

Girls Lead - Sichere Städte für Mädchen

In ägyptischen Städten gehört sexuelle Belästigung für viele Mädchen zum Alltag. Oft hindert dies die Mädchen sogar daran, zur Schule zu gehen. Traditionelle Normen und Diskriminierung führen außerdem dazu, dass Frauen politisch und ökonomisch benachteiligt sind. Deshalb stärken wir Mädchen, damit sie sich gegen Ausgrenzung wehren und für ihre Rechte einsetzen können.

SichereStädte für Mädchen in Ägypten Helfen auch Sie

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Alexandria und Asyut

Projektlaufzeit:
bis Mai 2023

Ziele:

  • mehr Sicherheit für Mädchen und junge Frauen in Städten
  • Teilhabe von Jugendlichen, vor allem von Mädchen und jungen Frauen, an öffentlichen Entscheidungen

    Maßnahmen:

    • Gründung von 360 Jugendclubs
    • Schulung der Jugendlichen zu Geschlechtergerechtigkeit, Gewaltprävention, politischer Teilhabe,
      digitalen und sozialen Medien
    • Gründung und Sensibilisierung von Elterngruppen, damit sie die Jugendlichen unterstützen
    • Workshops für Medienschaffende und lokale Behörden

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      Was uns in Ägypten erwartet

      Das Leben in Großstädten birgt für Mädchen und junge Frauen viele Gefahren. Das Risiko, Opfer von Gewalt oder Missbrauch zu werden, ist groß. Sexuelle Belästigung in Bussen und auf öffentlichen Plätzen gehört für viele Mädchen zum Alltag. Studien zeigen, dass in solchen Situationen nur wenige Männer eingreifen, um den Mädchen zu helfen. Dies liegt vor allem an den gesellschaftlichen Normen, die Mädchen und Frauen eine untergeordnete Stellung zuschreiben und sie aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren. So wird auch die Schuld für Belästigungen oft bei den Mädchen selbst gesucht.

      Bei den Protesten während der ägyptischen Revolution 2011 standen Frauen oft in den vordersten Reihen, um gegen Diskriminierung und Unterdrückung zu demonstrieren. Seitdem bekleiden sie zwar immer häufiger politische und öffentliche Ämter. Doch noch immer behindern viele Faktoren die politische und ökonomische Teilhabe von Mädchen und Frauen. Traditionelle Rollenzuweisungen, Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz oder auch die fehlende Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen dazu bei.

      Unsere Projektziele

      Mit diesem Projekt wollen wir die gesellschaftlichen Normen verändern, die junge Menschen und insbesondere Mädchen daran hindern, ihre Rechte zu verwirklichen. Deshalb ermutigen wir Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren, aktiv zu werden und sich gemeinsam für einen Wandel in der Gesellschaft einzusetzen. Unterstützung erhalten sie dabei von Jungen und jungen Männern im gleichen Alter. So sollen Geschlechtergleichheit, die Sicherheit von Mädchen und Frauen in Städten und ihre Beteiligung an öffentlichen Entscheidungsprozessen gefördert werden. Insgesamt 6.400 Mädchen und junge Frauen sowie 4.000 Jungen und junge Männer nehmen an den Projektaktivitäten teil.

      Dieses Projekt ist Teil unseres Girls-Lead-Programms (dt.: Mädchen leiten), mit dem wir ein Kernziel unserer Programmarbeit, die politische Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen, umsetzen. Durch das Girls-Lead- Programm stärken wir Organisationen und Netzwerke von Jugendlichen, insbesondere von Mädchen und jungen Frauen, und erweitern ihre politischen Beteiligungsmöglichkeiten.

      Was wir für den Projekterfolg tun

      Mit diesem Projekt wollen wir die Gleichberechtigung und die Rechte von Mädchen fördern. In den Projektgemeinden gründen wir dafür eigene Clubs für Mädchen und Jungen. 80 Jugendliche und junge Erwachsene bilden wir zu Leiterinnen und Leitern der Clubs aus. In unterschiedlichen Workshops stärken die Mädchen ihr Selbstbewusstsein und lernen, wie sie sich gegen Belästigungen und Diskriminierung wehren können. Die Jungen erfahren, wie sie sich für Gleichberechtigung engagieren.

      Alle Kinder in den Clubs setzen sich kritisch mit geschlechtsspezifischen Rollenzuweisungen und Sexismus auseinander. Sie lernen ihre Rechte kennen und erfahren, wie sie diese einfordern und sich in politische Entscheidungsprozesse einbringen können. Um den Mädchen und Jungen die verschiedenen Themen der Workshops zu vermitteln, nehmen die 80 Leiterinnen und Leiter der Jugendclubs an Schulungen teil. Dort vertiefen sie ihre Kenntnisse zu Geschlechtergerechtigkeit, geschlechtsspezifischer Gewalt und psychosozialer Unterstützung.

      Die Gründung der insgesamt 360 Jugendclubs erfolgt in drei Runden. So werden zunächst 60 Clubs in Asyut und 60 in Alexandria gegründet, die über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren die unterschiedlichen Trainingsmodule durchlaufen. Danach werden noch zweimal jeweils 120 Jugendclubs gegründet. Mädchen und Jungen stärken dort ihre Fähigkeiten und erfahren, was sie gemeinsam erreichen können. Auf diese Weise werden sie zu aktiven Mitgliedern der Gesellschaft, die sich für Gleichberechtigung und Partizipation einsetzen und so zu einem Wandel in der Gesellschaft beitragen.

      Das Projekt „Girls Lead – Sichere Städte für Mädchen“ in Alexandria und Asyut ist eng gekoppelt an das Plan-Projekt „Safer Cities“ in Kairo. Auch dort, im Slum Ezbet Khairallah, setzen sich Mädchen und Jungen in Jugendclubs für mehr Gleichberechtigung, Sicherheit in ihrer Stadt und politische Teilhabe ein. Die Jugendlichen nutzen verschiedene Netzwerke und Social-Media-Plattformen wie beispielsweise Facebook, um sich auszutauschen und ihre Erfahrungen zu teilen. 180 Jugendliche werden von Social-Media-Spezialisten dazu geschult, wie sie die Plattformen nutzen und verwalten. Anschließend werden sie die Aktivitäten der Kinderclubs in den sozialen Medien, wie das Schreiben und Einstellen von Blogbeiträgen und Stories, verantwortlich begleiten und unterstützen.

      „Es gibt ganz klar Diskriminierung von Mädchen in meiner Gemeinde“, sagt Mohamed. „Jungen dürfen alles machen. Sie können raus gehen, sie können zur Schule gehen so lange, wie sie wollen – sie haben einfach mehr Freiheiten.“

      In Schulungen und generationsübergreifenden Dialogen sensibilisieren wir die Eltern für die Rechte von Mädchen. Denn oft geben Eltern ihren Töchtern die Schuld, wenn sie auf der Straße belästigt werden. Die Folge ist, dass sich die Mädchen kaum noch trauen, darüber zu berichten. Im Rahmen des Projektes gründen wir Elterngruppen, die sich monatlich mit den Leiterinnen und Leitern der Jugendgruppen und den Projektteams treffen. In Schulungen beschäftigen sich die Väter und Mütter mit Gleichberechtigung, sozialen Normen, geschlechtsspezifischer Gewalt und der Partizipation von Jugendlichen an Entscheidungsprozessen.

      „Meistens sind es die Mütter, die ihren Töchtern die Schuld geben, wenn sie auf der Straße belästigt werden“, erzählt eine Schulungsleiterin. „In unseren Trainings lernen die Mütter, wie sie Vertrauen zu ihren Töchtern aufbauen.“

      Gestärkt durch die Trainings in den Jugendgruppen nehmen die Mädchen und Jungen in den Jugendgruppen selbst aktiv Einfluss auf die Entwicklung ihres Stadtteils. In sogenannten Safety Walks dokumentieren sie die Orte, die gefährlich für Mädchen sind, und berichten darüber in regelmäßigen Treffen den lokalen Behörden. Gemeinsam mit diesen erarbeiten sie anschließend Aktionspläne, um die Sicherheit in ihren Stadtteilen zu verbessern. 100 Mitarbeitende von Behörden, Ministerien, Institutionen und Schulen besuchen Schulungen, um ihre Kenntnisse zu Kinderschutz und geschlechtsspezifischer Gewalt zu erweitern. 90 Medienschaffende nehmen im Rahmen des Projektes an Fortbildungen teil. Dort erfahren sie, wie sie die Risiken für Mädchen in Städten, sexuelle Belästigung und die Rechte von Mädchen öffentlich machen und in den Medien thematisieren können. Die Journalistinnen und Journalisten setzen sich dazu intensiv mit den Projektaktivitäten auseinander und besuchen einzelne Kinderclubs.

      In Workshops schulen wir Mitarbeiter lokaler Transportunternehmen, wie Bus- und Tuk-Tuk-Fahrer, damit sie lernen, Fälle von sexueller Belästigung unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten und sich für den Schutz von Mädchen einzusetzen. Kampagnen, Veranstaltungen und Informationsmaterial, das zum Beispiel an Tankstellen verteilt wird, unterstützen die Aufklärung.

      „Wir sprechen mit den Fahrern über die Sicherheitsprobleme der Mädchen und darüber, was sie selbst tun können, um die Mädchen zu schützen“, berichtet Mohamed, der Leiter einer Schulung in Kairo.

      Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten

      Während der gesamten Laufzeit des Projektes finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte sowie nach Beendigung des Projektes wird eine ausführliche Evaluierung durchgeführt.

      Aktuelle Projektbeschreibung


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