Haoua pflanzt auf ihrem Feld Bohnen, Okra, Wassermelonen und Moringa, um mit der Ernte ihre Familie zu ernähren. © Plan International
Haoua pflanzt auf ihrem Feld Bohnen, Okra, Wassermelonen und Moringa, um mit der Ernte ihre Familie zu ernähren. © Plan International
16.10.2020 - von Sarah Koch

Traditionelle Anbaumethoden für mehr Ernährungssicherheit in Niger

In Niger sorgen Dürreperioden und abgenutzter Wüstenboden für Nahrungsmittelkrisen und ein hohes Risiko der Unterernährung bei den Einwohner:innen. Ein Ernährungsprojekt versorgt Kleinbäuer:innen mit Samen für abwechslungsreiche Ernteerträge und mit dem Wissen über eine traditionelle Anbaumethode, die das Beste aus dem Boden herausholt.

Die 65-jährige Haoua ist Witwe. Sie wohnt in einem abgelegenen Dorf rund 60 Kilometer von der Stadt Dosso in Niger entfernt. Mit ihrer treuen Spitzhacke auf der Schulter ist sie auf dem Weg, ihre Bohnen zu kontrollieren. Sie hat sie vor ein paar Monaten gepflanzt, und sie wachsen schnell.

Dieses rasche Wachstum führt sie auf die traditionelle Anbautechnik, genannt „Zai“, zurück. Indem sie lange Gräben in den Boden macht, die Wasser auffangen und Kompost bündeln, kann beeinträchtigtes Land fruchtbarer gemacht werden.

„Dank dieser Zai-Methode, die uns im Nahrungsmittelprojekt beigebracht wurde, konnte ich meine Ernteerträge steigern. Ich habe gemerkt, dass mein Land fruchtbarer geworden ist und mehr produziert. Dieses Jahr habe ich Bohnen gepflanzt, und sie wachsen viel besser im Zai-Teil meines Ackers. Ich hoffe, doppelt so viel ernten zu können wie im vergangenen Jahr“, sagt Haoua.

Niger hat seit vielen Jahren mit Desertifikation, Bodenverschlechterung und dem Verlust der biologischen Vielfalt zu kämpfen. Da zwei Drittel seiner Fläche von Wüste bedeckt sind, erlebt Niger schwere, immer wiederkehrende Nahrungsmittelkrisen, die durch die Dürreperioden infolge des Klimawandels noch verschlimmert werden. Da mehr als 80 Prozent der 17,8 Millionen Menschen in Niger für ihre Ernährung und ihr Einkommen auf die Landwirtschaft angewiesen sind, haben Nahrungsmittel- und Ernährungskrisen in den letzten Jahrzenten immer mehr Menschen in Hunger und Armut gestürzt. Infolge dessen sind Kinder und ihre Familien einem hohen Risiko der Unterernährung ausgesetzt.


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