Right to Health
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25.08.2016 - von Janina Schümann

Menstruation - Ein Tabu in vielen Ländern

Von Caitlin Gruer, Programmassistentin für Wasser, Sanitärversorgung und Gesundheit, Plan International USA


Für zwei Milliarden Frauen und Mädchen weltweit ist die Menstruation eine monatliche Realität. Dennoch ist sie in vielen Kulturen immer noch begleitet von Stigmata, Scham und Schweigen.

In einkommensschwachen Ländern müssen Frauen und Mädchen sich mit ernsthaften Herausforderungen auseinandersetzten, wenn es darum geht, mit ihrer Periode zurechtzukommen. Da sie oft keinen Zugang zu bezahlbaren hygienischen Menstruationsprodukten haben, sind sie gezwungen, auf improvisierte Materialien, wie Lappen, zurückzugreifen. Diese sind unbequem, oft undicht und können zu Infektionen führen.

Viele Mädchen haben zudem keinen Zugang zu sauberen, privaten und sicheren Latrinen. Es gibt kein sauberes Wasser in der Nähe der Toiletten oder Badezimmern, was bedeutet, dass es keinen Platz gibt, um sich zu säubern oder Menstruationsprodukte zu entsorgen.

Zu allem Übel müssen Frauen und Mädchen auch noch strenge Tabus in Sachen Menstruation in Kauf nehmen, welche sie von bestimmten Aktivitäten ausschließen, zum Beispiel Kochen oder Beten.

Verständlicherweise kann diese Situation schädliche Auswirkungen auf das Leben von Frauen und Mädchen haben. Viele Frauen versäumen die Arbeit und viele Mädchen können die Schule in diesen Tagen nicht besuchen, weil es keine sanitären Einrichtungen. Die Folgen wirken sich auf das ganze Leben aus: Sie verdienen weniger Geld und Mädchen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit als Kind verheiratet.

Plan International arbeitet hart daran, die Tabus um die Menstruation zu brechen. Das beginnt bei der praktischen Lösung durch die Bereitstellung von Hygiene-Kits für Mädchen bis zum Bau von kinderfreundlichen Toiletten in Schulen und endet mit Aufklärungskampagnen.

In Uganda hat sich Plan mit dem lokalen sozialen Unternehmen AFRIpads zusammengetan, um Frauen und Mädchen zu helfen, mit ihrer Menstruation besser zurechtzukommen.

AFRIpads bildete ugandische Frauen bei der Herstellung von wiederverwendbaren Hygieneeinlagen aus. Plan erwirbt diese Einlagen und verkauft sie an die lokalen Anbieter zu subventionierten Preisen. Das gibt den Verkäufern die Möglichkeit, die Einlagen an Mädchen und Frauen in umliegenden Gebieten zu einem bezahlbaren Preis zu verkaufen und selbst Gewinn daraus zu machen. Das Projekt verbessert den Zugang zu Hygieneeinlagen und unterstützt Verkäufer mit einer zuverlässigen Einkommensquelle.

Aufgrund von innovativen Projekten wie diesen, ist Plan engagiert dabei die Stigmata um die Menstruation zu beenden. Es bleibt ein Thema, das stark unterfinanziert ist und oft nicht in der globalen Agenda berücksichtigt wird, trotz der Wichtigkeit für viele Aspekte des Lebens von Frauen und Mädchen.


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