Eine Girls Out Loud Gruppe in Burkina Faso bei einem Workshop über geschlechtsspezifische Gewalt. ©Plan International
Eine Girls Out Loud Gruppe in Burkina Faso bei einem Workshop über geschlechtsspezifische Gewalt. ©Plan International
10.06.2021 - von Sarah Koch

Girls Out Loud: Ein digitaler Weg für Mädchenrechte

Mädchen und junge Frauen haben häufig kein Mitspracherecht bei Diskussionen und Entscheidungen, die sie und ihr Leben direkt betreffen. Mit der Initiative Girls Out Loud will Plan International diese Machtverhältnisse kippen und es Mädchen ermöglichen, sich stärker einzubringen. Die Organisation hat mit Facebook-Gruppen eine Infrastruktur für Mädchen und junge Frauen geschaffen, in der sie sich austauschen und solidarisieren können.

Es ist selten, dass Mädchen – besonders jene, die in prekären Situationen leben – die Diskussionen über die Themen, die ihr Leben betreffen, selbst steuern. Um die Bedürfnisse von Mädchen zu verstehen und sie effektiv zu unterstützen, hat Plan International die Initiative „Girls Out Loud“ ins Leben gerufen, um Mädchen und jungen Frauen eine Online-Plattform zu bieten, auf der sie sich über ihre Rechte und die Themen, die sie beschäftigen, austauschen können.

Zu diesem Zweck wurden in mehreren Ländern private und geheime Facebook-Gruppen eingerichtet, in der Mitglieder Fragen stellen und zu verschiedenen Themen diskutieren. Es gibt je eine Moderatorin, um die Gruppe dynamisch zu gestalten, Vertrauen und Respekt aufzubauen und die Mädchen über ihre Rechte zu informieren. „Wenn wir über ein Telefon oder einen Computer Zugang zum Internet haben, schauen wir auch immer in diese Gruppe“, sagt eins der Gruppenmitglieder.

Die Online-Community gibt den Mädchen Raum zum Austausch über Gewalt- und Missbrauchsthemen, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie LGBTQ+-Rechte. Man konnte schnell beobachten, wie das Selbstvertrauen der Mädchen stieg, gemeinsam mit einem erhöhten Bewusstsein für Rechte, soziale Ungleichheiten und schädliche soziale Normen.

„Es ist ein Raum, in dem wir unsere Gefühle und Meinungen äußern können, ohne Angst haben zu müssen, verurteilt zu werden. Ein Raum, in dem wir Unterstützung von einer Gemeinschaft bekommen können, wenn wir Probleme haben“, berichtet eins der Mädchen.

Wegen der Covid-19 Pandemie sind viele Mädchen in ihren Häusern zunehmend isoliert. Die Facebook-Gruppen bieten eine wichtige Anbindung an das Leben außerhalb der eigenen vier Wände, die ihnen hilft, mit anderen in Kontakt zu bleiben und aktiv zu bleiben. Die Moderatorinnen sind derweil zu einer Bezugsperson und Mentorin geworden, an die sich die Mädchen wenden können, wenn sie mit jemandem im Vertrauen sprechen wollen.


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