Nach der Explosion kämpfen zahlreiche junge Menschen wie Celine mit Schock- und Angstzuständen. ©Marwan Tahtah/Plan International
Nach der Explosion kämpfen zahlreiche junge Menschen wie Celine mit Schock- und Angstzuständen. ©Marwan Tahtah/Plan International
04.08.2021 - von Sarah Koch

Ein Jahr nach der Explosion in Beirut: Kinder ringen mit ihrem Trauma

Ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut, hat sich das Leben von vielen Mädchen und Frauen tiefgreifend verändert. Die Kinder sind immer noch traumatisiert und haben Angst um ihre Zukunft. Plan International hat zusammen mit lokalen Partnern in Beirut das letzte Jahr damit verbracht, den Kindern vor Ort psychosoziale Unterstützung zu leisten, um die Erlebnisse rund um die Explosion zu verarbeiten.

Am Tag der Explosion saß die 17-jährige Celine zu Hause im Basta-Viertel von Beirut, Libanon. Sie unterhielt sich mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Bruder über die unerträgliche Hitze. Ihr Vater war gerade von der Arbeit zurückgekommen und wässerte die Pflanzen vor dem Haus.

Celine erinnert sich, dass es urplötzlich eine riesige Explosion gab. Es war unwirklich, wie in einem Traum. Das Glas von Fenstern und Türen zerbrach und flog durch die Gegend. Celine fiel zu Boden und wurde von Glassplittern bedeckt. Ihre Mutter, Manisan, dachte, dass ein Krieg ausgebrochen war. Da es keinen Strom gab, war es zunächst schwierig, den Schaden zu beurteilen und die gesamte Situation zu erfassen.

„Nach der Explosion konnte ich wochenlang nicht richtig schlafen. Bei dem kleinsten Geräusch bin ich aufgeschreckt“, erzählt Celine. „Selbst das Schließen einer Tür löste eine Angstreaktion aus.“


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