Cosmas achtet besonders in Zeiten von COVID-19 darauf, dass Mädchen und Frauen sich in der Großstadt Nairobi sicher bewegen können. © Plan International / Rama M‘mbetsa
Cosmas achtet besonders in Zeiten von COVID-19 darauf, dass Mädchen und Frauen sich in der Großstadt Nairobi sicher bewegen können. © Plan International / Rama M‘mbetsa
06.07.2020 - von Sarah Koch

Der Fahrer, für den die Sicherheit von Mädchen an erster Stelle steht

Im Rahmen des Projekts „Safer Cities: Sichere Städte für Mädchen“ wurden in Nairobi, Kenia, Bedienstete des öffentlichen Nahverkehrs geschult, um die Sicherheit von Mädchen und Frauen zu verbessern. Der Motor-Taxi-Fahrer Cosmas hat eine solche Schulung mitgemacht. Hier berichtet er von seinen Beobachtungen und Sorgen im Hinblick auf die Sicherheit von Mädchen während der Corona-Krise.

Das Virus an sich mag vielleicht nicht diskriminieren. Aber die Gesellschaft tut es – derzeit unter dem Einfluss von Corona sogar noch mehr.

Die Corona-Krise hat die meisten Chancen, die Großstädte für Mädchen und junge Frauen bieten, schlagartig zunichte gemacht: Der Zugang zu Bildung, die Chance auf Jobs und ein eigenes Einkommen, die Bewegungsfreiheit sind durch den Lockdown in vielen Ländern nicht mehr vorhanden.

Andererseits ist das Leben in der Großstadt für Mädchen und junge Frauen auch ohne eine solche Krise eine Herausforderung, besonders in Slums wie Mathare in Nairobi, Kenia: Die Gassen sind oft eng, es mangelt an Strom und ausreichend Beleuchtung in der Nacht, einer Kanalisation, viele Wohnungen haben kein fließend Wasser. Teilnehmerinnen unserer „Safer Cities“-Projekte haben uns berichtet, dass der Weg zu den öffentlichen Toiletten nach Einbruch der Dunkelheit für sie oftmals zu gefährlich ist.

Berichte wie dieser sind Ergebnisse der sogenannten Safety-Walks. Dabei laufen jugendliche Mädchen und Frauen durch ihre Städte und dokumentieren schriftlich und mit Kameras Orte, an denen sie sich nicht sicher fühlen. Die Dokumentation wird dann den Stadträten oder der Polizei präsentiert, zusammen mit Vorschlägen, wie die Situation gebessert werden kann.

Außerdem gründen die Teilnehmerinnen Gruppen, in denen sie sich austauschen können über Ängste und Bewältigungsstrategien. Eine weitere Maßnahme ist die Zusammenarbeit mit Betreibern und Fahrern von öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn besonders dort kommt es häufig zu sexueller Belästigung und Übergriffen. Die Mädchen und jungen Frauen erarbeiten Handlungsempfehlungen zur Prävention, aber auch, wie ihnen die anderen Verkehrsteilnehmer in solchen Situationen zur Seite stehen können.
 


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