Dorfvorsteherin Juliana inspiriert Mädchen und Frauen, sich einzubringen. © Plan International
Dorfvorsteherin Juliana inspiriert Mädchen und Frauen, sich einzubringen. © Plan International
21.03.2018

Wie Dorfvorsteherinnen junge Mädchen und Frauen inspirieren, ihre Meinung zu äußern

Dorfvorsteherin Juliana hilft Mädchen und Frauen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

„Ich habe bemerkt, dass es in unserer Gesellschaft oft keinen Platz für Mädchen und Frauen gibt, ihre Rechte zu verwirklichen. Männer besetzen die höheren Führungspositionen. Diese Diskriminierung gab es schon bei unseren Vorfahren und ist noch immer stark.“

Die 32-Jährige ist nun seit etwas über einem Jahr Dorfvorsteherin ihres Dorfes in Timor-Leste. „Manche Frauen haben mir gesagt, dass sie sehr stolz sind. Mit einer Frau, die das Dorf leitet, haben sie das Gefühl, ihre Meinung zum ersten Mal frei ausdrücken zu können.“

Trotzdem hatten einige Männer in ihrem Dorf mit dieser neuen Führung der Frauen in der Gemeinde zu kämpfen.

„In meinem Dorf respektieren die Männer meine Entscheidungen. Nicht alle von ihnen sind es gewohnt, einer Frau zuzuhören. Aber weil ich die Dorfvorsteherin bin, müssen sie hören, was ich sage, und es akzeptieren.“

Für die Rechte von Frauen und Mädchen eintreten

„Bei den Versammlungen trete ich immer für die Rechte von Mädchen und Frauen ein und spreche über die Rechte von Kindern - wie sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und Maßnahmen für ihre Zukunft ergreifen können.“

Viele Leute unterstützen sie bei ihrem Plan, Dorfvorsteherin zu werden: „Die Person, die mich am meisten unterstützt hat, war mein Mann. Als ich diese Aufgabe angenommen habe, hat er angefangen, viel mehr im Haushalt zu helfen. Wenn Leute zu Besuch kommen, macht er Kaffee und Snacks. Er kümmert sich auch um das Baby.“

Julianas Position hat vielen Frauen geholfen, sich mit ihren Beiträgen und Vorschlägen in Angelegenheiten der Gemeinde einzubringen.

„Vor ein paar Jahren war die Beteiligung bei Gemeindeversammlungen viel geringer. Es war außerdem etwas langweilig, wenn sich immer nur Männer mit Beiträgen einbrachten. Aber jetzt kommen auch die Frauen zu den Treffen und sie beteiligen sich viel mehr als in der Vergangenheit.“

Frauen und Mädchen inspirieren, zu führen

„Wir, Mädchen und Frauen, haben die Macht, zu führen. Frauen und Männer sollten gleichberechtigt sein - in jedem Aspekt des Lebens. Mädchen müssen heutzutage die Möglichkeit haben, in der Entwicklung der Nation durch Bildung, Politik, Wirtschaft und Soziales teilzuhaben.“

Zudem habe sie bemerkt, dass Männer mittlerweile auch hören möchten, was Frauen denken und was ihre Meinung ist.

Cimran, 22, fühlt sich sehr ermutigt durch die Anwesenheit einer weiblichen Dorfvorsteherin. „Seit Juliana gewählt worden ist, fühlen ich und viele andere Mädchen uns selbstsicherer, über unsere Probleme und Sorgen zu sprechen. Juliana setzt sich für Frauen ein. Frauen fühlen sich selbstbewusster, zum Beispiel bei Gemeindeversammlungen mitzuwirken. Und manche sagen ‚Ja, nächstes Mal können wir auch als Dorfvorsteherin kandidieren‘.“

Cimran nimmt zurzeit an einem Programm für Frauen und Mädchen teil und hilft, Informationen über Kinderheirat und Schwangerschaften Minderjähriger an andere Gemeinden zu verteilen.

Also, wo auch immer das Leben sie hinführt, das Vorbild, das Juliana für sie darstellt, wird ihr Selbstvertrauen geben, die Führung zu übernehmen.


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