Diese Familie aus Äthiopien hat durch die Dürre in den letzten zwei Jahren keinen Regen mehr gehabt und ihre gesamte Ernte verloren. © Plan
Diese Familie aus Äthiopien hat durch die Dürre in den letzten zwei Jahren keinen Regen mehr gehabt und ihre gesamte Ernte verloren. © Plan
17.11.2017

Weltklimakonferenz: Klimawandel bedroht Kinderrechte

Der Klimawandel ist heute eine der größten Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit und verstärkt die humanitären Krisen beträchtlich. Dürren, extreme Wetterlagen, Überschwemmungen: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage und die Zukunft von Kindern auf der ganzen Welt – insbesondere für die Mädchen.

Auf der Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn treffen sich vom 6. bis 17. November 2017 Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt. Auch Plan International Deutschlands Jugendvertreter sind dabei, und setzen sich dafür ein, dass auch die Stimmen der Kinder und Jugendlichen gehört werden. Auf einer Paneldiskussion hielten Björn Freiberg und Claire Jacklin eine Rede über Klimawandel, Kinderrechte und Jugendengagement. „Ich glaube fest daran, dass vor allem die jüngeren Generationen auf ehrgeizigere Ziele drängen würden“, sagt Björn Freiberg. „Langfristige Lösungen, Nachhaltigkeit, reduzierte Emissionen und mehr erneuerbare Energien sind ein Hauptinteresse dieser Generation.“ Claire Jacklin ergänzt: „Wir rufen Regierungen, Organisationen und die Zivilgesellschaft dazu auf, Kindern und Jugendlichen zuzuhören und sie an den Prozessen zur Bekämpfung des Klimawandels zu beteiligen.“

Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wahrscheinlich jedes Jahr bis zu 175 Millionen Kinder von den durch den Klimawandel verursachten Katastrophen betroffen sein. Naturkatastrophen wirken sich auf eine Reihe von Kinderrechten aus, einschließlich ihrer Rechte auf Leben und Gesundheit, Bildung und Schutz. Der größte Teil der Krankheitslast, die dem Klimawandel zugeschrieben wird, ist auf die Zunahme von Durchfallerkrankungen und Mangelernährung zurückzuführen. Bis 2050 werden schätzungsweise 25 Millionen Kinder infolge des Klimawandels unterernährt sein.

Die Forschungsergebnisse des Berichts Weathering the Storm: Adolescent Girls and Climate Change von Plan International aus dem Jahr 2011 stellen die besonderen Herausforderungen dar, mit denen eine wachsende Zahl von Mädchen konfrontiert ist. Mädchen werden bei extremen Wetterereignissen eher vom Schulbesuch abgehalten als Buben, damit sie zum Haushaltseinkommen beitragen können. Sie müssen während Trockenperioden mehr Zeit mit dem Holen von Wasser oder Brennholz verbringen, da dann meist eine Verknappung dieser Ressourcen vorliegt. Viele Mädchen berichten, dass sie nach Überschwemmungen und Dürren einen spürbaren Anstieg an Früh- oder Zwangsehe erleben, weil ihre Familien in diesen Krisenzeiten keine Töchter finanziell unterstützen können.

Um Mädchen und Buben vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, ist ein besserer Zugang zu hochwertiger Bildung nötig. Darin eingeschlossen müssen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Anpassung und Verringerung von Katastrophenrisiken sein, um die Chancen auf eine sichere Existenzgrundlage zu verbessern. Dringend erforderlich ist auch ein stärkerer Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt. 


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