Der Mangel an Lebensmitteln und die schlechte hygienische Situation in Nigeria führen dazu, dass viele Kinder mit Mangel- oder Unterernährung kämpfen. © Plan International
Der Mangel an Lebensmitteln und die schlechte hygienische Situation in Nigeria führen dazu, dass viele Kinder mit Mangel- oder Unterernährung kämpfen. © Plan International
06.04.2018

Mangelernährung bei Kindern in Nigeria bekämpfen

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. In vielen Teilen Nigerias haben die Menschen nicht genügend Lebensmittel. Darunter leiden vor allem die Kinder. Ein Projekt gegen Mangel- und Unterernährung soll Familien dabei helfen, dass ihre Kinder gesund aufwachsen können.

Die Stadt Maiduguri im Nordosten Nigerias. Die Wege sind gesäumt von Müll und Unrat, Kinder spielen neben einem Abwasserkanal. Ein fauliger Geruch liegt in der Luft. Die hygienischen Bedingungen sind hier katastrophal, es gibt kaum sauberes Wasser und nicht genügend Nahrung. Krankheiten breiten sich aus, viele Kinder leiden an Mangelernährung oder Durchfall. Über drei Millionen Menschen leben in der Stadt, ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Schuld ist der andauernde Konflikt zwischen der islamistischen Gruppe Boko Haram und der Armee, der Millionen Menschen gezwungen hat, ihre Heimat zu verlassen.

Die Folgen für die humanitäre Situation des Landes sind verheerend: Fast fünf Millionen Menschen in Nigeria sind auf die Versorgung mit Hilfsgütern angewiesen. „Wir haben so gut wie keine Möglichkeit, unser eigenes Geld zu verdienen, und die Kosten für Lebensmittel steigen immer weiter an“, erzählt eine Mutter, die mit ihren Kindern nach Maiduguri geflüchtet ist. Dieses Problem kennt auch die 23-jährige Mariam. Sie konnte ihren Kindern oft tagelang nichts anderes als Frühstücksflocken und Wasser geben. „Jeden Morgen, wenn ich bei Sonnenaufgang aufgewacht bin, musste ich sie hungrig zurücklassen und mich auf die Suche nach Lebensmitteln machen“, schildert sie. Viele Male kam sie mit leeren Händen zurück.

Gemeindehelfer klären über gesunde Ernährung auf

Plan International hat in Zusammenarbeit mit dem nigerianischen Gesundheitsministerium ein Programm zur Bekämpfung von Mangelernährung gestartet. Wir bilden freiwillige Gemeindehelfer aus, die mit den Familien über ausgewogene Ernährung sprechen und ihnen erklären, wie wichtig regelmäßige Mahlzeiten oder auch das Stillen in den ersten Lebensmonaten für die Gesundheit ihrer Kinder sind. Außerdem lernen sie, wie sie aus den vorhandenen lokalen Lebensmitteln nährstoffreiche Mahlzeiten zubereiten können.

Zusätzlich werden Vorsorgeuntersuchungen für Kinder unter fünf Jahren angeboten. Sind die Kinder krank oder unterernährt, werden sie medizinisch behandelt und erhalten spezielle Aufbaunahrung, die aus einer energiehaltigen Paste aus Erdnüssen besteht. „Um die Sauberkeit in den Haushalten zu verbessern, verteilen wir außerdem Hygiene-Kits an die Familien - so reduzieren wir die Infektionsrate“, erklärt Sisay Tadesse von Plan International Nigeria.

„Mein Sohn kann wieder herumlaufen und spielen."


Um die Entwicklung der Kinder zu verfolgen, werden sie regelmäßig untersucht und gewogen. In den meisten Fällen erzielt die Behandlung schnelle Erfolge. „Meinem Sohn geht es jetzt viel besser“, erzählt eine Mutter, „er kann herumlaufen und spielen. Vorher ist er ständig hingefallen, weil er zu schwach war.“ Eine andere Frau berichtet von ihrer kleinen Tochter, der er vor kurzem noch sehr schlecht ging. Sie sprach nicht, krabbelte nicht und war oft apathisch. Als man erkannte, dass sie an Mangelernährung litt, konnte sie behandelt werden - und die Symptome verschwanden.

Auch Mariams Tochter, die damals elf Monate alt und schwer unterernährt war, geht es heute besser. „Sie kann endlich wieder lachen und entwickelt sich sehr gut“, sagt ihre Mutter. Auch wenn sie nur sehr wenig Geld zur Verfügung hat, kauft die 23-Jährige nur noch frische Lebensmittel auf dem Markt ein. „Ich weiß jetzt, wie ich aus wenigen Zutaten eine gesunde Mahlzeit für meine Kinder kochen kann.“


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