In Uganda werden freiwillige Gesundheitshelfer in den Gemeinden dazu ausgebildet, ambulante HIV-Tests durchzuführen die Krankheit bei Bedarf auch zu behandeln. © Anne Ackermann/Plan International
In Uganda werden freiwillige Gesundheitshelfer in den Gemeinden dazu ausgebildet, ambulante HIV-Tests durchzuführen die Krankheit bei Bedarf auch zu behandeln. © Anne Ackermann/Plan International
01.12.2017

Kinder vor HIV schützen

Über 36 Millionen Menschen auf der Welt sind HIV-positiv. Mehr als zwei Millionen davon sind Kinder. Die meisten von ihnen leben in Afrika - am häufigsten wird das Virus dort von der infizierten Mutter auf ihr Baby übertragen. Plan International setzt sich deshalb in verschiedenen Projekten für die Gesundheitsvorsorge schwangerer Frauen ein. In Uganda zum Beispiel erhalten werdende Mütter kostenlose Vorsorgeuntersuchungen und können sich auf den HI-Virus testen lassen.

In Uganda stecken sich 90 Prozent der Kinder, die mit HIV infiziert sind, über ihre HIV-positive Mutter an. Die Übertragung des Virus erfolgt dabei während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen über die Muttermilch. Nur wenigen Eltern ist bewusst, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sind - auch, um eine HIV-Infektion möglichst früh zu erkennen und das ungeborene Kind so gut es geht zu schützen. Denn durch die frühzeitige Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft kann in vielen Fällen die Übertragung des Virus auf das Kind verhindert werden. Bisher konnten laut Angaben der Vereinten Nationen 76 Prozent der schwangeren Frauen weltweit mit dieser Methode behandelt werden. Mit ersten Erfolgen: Die Rate der Neuinfektionen bei Kindern unter 15 Jahren ist innerhalb der letzten sieben Jahre um fast 50 Prozent gesunken.

Freiwillige Gesundheitshelfer

Weil Krankenhäuser für die ländliche Bevölkerung in Uganda meist nur schwer zu erreichen sind, bildet Plan Gemeindemitglieder zu freiwilligen Gesundheitshelfern aus. Sie werden geschult und erhalten eine medizinische Grundausrüstung, mit deren Hilfe sie gefährliche Infektionskrankheiten wie HIV oder auch Malaria erkennen und behandeln können. Da die Hemmschwelle, offen über HIV und AIDS zu sprechen, in vielen Gemeinden hoch ist, leistet Plan zudem Aufklärungsarbeit. In Beratungsstunden oder Theaterstücken lernen die Dorfbewohner, wie sie sich vor der Ansteckung mit dem HI-Virus schützen können und welche medizinischen Angebote ihnen zur Verfügung stehen.

AIDS führt zu Armut

Familien, die von HIV oder AIDS betroffen sind, haben ein erhöhtes Armutsrisiko. Die Eltern können aufgrund ihrer Krankheit oft nur bedingt für das Einkommen der Familie sorgen, in manchen Fällen sind sogar ein oder beide Elternteile verstorben. Darunter leidet wiederum häufig die Gesundheits- und Ernährungssituation der Kinder. Im Rahmen einer breit angelegten Gesundheitskampagne hat Plan deshalb Kleinkinder auch auf Mangel- oder Unterernährung untersucht - und sie bei Bedarf entsprechend behandelt. Durch Schulungen zu gesunder Ernährung sowie zu landwirtschaftlichen Anbaumethoden oder Tierhaltung soll außerdem die Ernährungs- und Einkommenssituation der Familien verbessert werden. Die Eltern lernen hier auch, wie sie aus den vorhandenen Nahrungsmitteln ausgewogene Mahlzeiten zubereiten - und ihre Kinder so widerstandsfähiger gegen Krankheiten machen.


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