Mit der Kampagne „Red Card to Violence against Girls“ möchte Plan International Ecuador Normen verändern und so Mädchen von Gewalt schützen. © Plan International
Mit der Kampagne „Red Card to Violence against Girls“ möchte Plan International Ecuador Normen verändern und so Mädchen von Gewalt schützen. © Plan International
12.07.2018

Ecuador zeigt Gewalt gegen Mädchen die rote Karte

Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 hat Plan International Ecuador die Kampagne „Red Card to Violence against Girls” (dt.: „Rote Karte gegen Gewalt gegen Mädchen“) gestartet. Das Hauptziel dieser Initiative ist, die Gewalt gegen Mädchen zu stoppen.

Die Kampagne gegen Gewalt gegen Mädchen basiert auf einer besorgniserregenden Studie von Plan International. Aus dieser ging hervor, dass 67,9 Prozent der Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren in Ecuador bereits körperliche Gewalt erfahren haben. 35 Prozent der Mädchen sind dieser sogar täglich ausgesetzt. Jährlich bekommen rund 2.180 Mädchen unter 14 Jahren ein Kind, nachdem sie vergewaltigt wurden. In mehr als 80 Prozent dieser Frühschwangerschaften wurden die Mädchen von jemandem missbraucht, der ihnen nahe steht, wie einem Familienmitglied. Gewalt ist so vorherrschend in der ecuadorianischen Gesellschaft, weil 73 Prozent der Mütter eine negative Einstellung gegenüber ihren Töchtern zeigen. So bleiben soziale Normen und Stereotypen bestehen, die Mädchen von Geburt an zugeschrieben werden.

Soziale Normen verändern

Mit der Kampagne „Red Card to Violence“ möchte Plan International Ecuador diese sozialen Normen verändern und ein Bewusstsein für die verschiedenen Formen von Gewalt schaffen, denen Mädchen in Ecuador ausgesetzt sind. Außerdem sollen die Menschen dazu angeregt werden, sich persönlich für den Schutz von Mädchen und Jungen im Land einzusetzen. 

Dafür konnte Plan viele bekannte Fußballspieler, Schauspieler, Journalisten und Fernseh-Persönlichkeiten gewinnen. Sie alle machen nun auf das Problem der Gewalt gegen Mädchen aufmerksam und zeigen Gewalt die rote Karte (#RedCardToViolence).


Sogar der ecuadorianische Fußballverband und einige der bekanntesten Fußballclubs des Landes haben ihre Unterstützung zugesagt. Diese wollen vor dem Start des WM-Finales am Sonntag, den 15. Juli, einen Aktionstag zur Förderung der Kampagne organisieren.

„Mit der gesellschaftlichen Unterstützung dieser Kampagne werden wir ein verändertes soziales Bewusstsein schaffen, damit der Gebrauch von Gewalt nicht mehr akzeptiert und als normal betrachtet wird. Es ist wichtig, dass wir diese Themen als Gesellschaft offen diskutieren können, damit die Menschen darüber in den Medien und zu Hause sprechen. Dies ist, zusammen mit Bildung, der einzige Weg, wie wir das hohe Ausmaß an Gewalt in Ecuador stoppen können. Es ist Zeit, dass wir als Land ‚genug ist genug‘ sagen“, so Rossana Viteri, Länderdirektorin von Plan International Ecuador.

Ganz Ecuador soll die rote Karte zeigen

Die „Red Card to Violence“-Kampagne soll aber nicht die einzige Maßnahme gegen Gewalt gegen Mädchen bleiben. Plan Ecuador möchte zukünftig verstärkt Mädchenfußball nutzen, um Gleichberechtigung zu fördern und Gewalt gegen Mädchen zu beenden. Zurzeit entwickelt Plan ein Projekt, in das Mädchen- und Jungenfußballvereine einbezogen werden sollen, um Geschlechterstereotypen aufzubrechen. „Wir hoffen, dass ganz Ecuador bald gemeinsam die Rote Karte gegen Gewalt zeigt“, sagt Rossana Viteri.


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