Dank Solarstrom können Frauen nun wirtschaftlich unabhängig werden und zum Beispiel gekühlte Getränke und Eis verkaufen. © Plan International/Olmo Calvo
Dank Solarstrom können Frauen nun wirtschaftlich unabhängig werden und zum Beispiel gekühlte Getränke und Eis verkaufen. © Plan International/Olmo Calvo
03.07.2018

Afrikas Sonne liefert die Energie für ein eigenes Einkommen

Mit der Installation von Nigers erstem solarbetriebenen Netzwerk startet ein neues Programm von Plan International, das mehr als 6.000 Frauen in Mali, Niger und Senegal zugutekommen wird. Die nun vorhandene Energie aus nachhaltiger Quelle ermöglicht es Frauen, wirtschaftlich unabhängig zu werden. So fördert das Projekt die Gleichberechtigung von Frauen und verbessert ihre Lebensqualität sowie die ihrer Gemeinden.

Erneuerbare Energie und Gleichberechtigung sind Schlüsselfaktoren für nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum. Das Projekt richtet sich deshalb auch gegen Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten, mit denen Frauen in der Region zu kämpfen haben. Sie sollen als Unternehmerinnen gefördert und ihr Zugang zu Finanz- und Energiedienstleistungen soll verbessert werden.

Frauen können Veränderungen bewirken

„Frauen spielen auf der ganzen Welt eine entscheidende Rolle im Sozialwesen und für das Wohlergehen ihrer Gemeinden. Unsere Arbeit wird ihnen die notwendigen Ressourcen bieten, dies zu tun. Außerdem entwickeln sie ihre technischen Fähigkeiten, sodass sie ökonomisch unabhängig werden, sich entfalten und Veränderungen bewirken können, die ihnen und ihren Gemeinden nutzen”, erklärt Concha López, Landesdirektorin von Plan International Spanien.

Das Projekt zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Frauen mithilfe erneuerbarer Energie in der Sahelzone wird von Plan International Spanien und sieben Partnern, darunter Ministerien und nationalen Behörden für erneuerbare Energien, über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt. Einen Teil des Projektes finanziert die Europäische Union mit einem Zuschuss von 7,6 Millionen Euro. 

Die erste Solaranlage wurde in einem kleinen Dorf im Südwesten von Niger aufgebaut. Das Stromnetz versorgt nun 107 Haushalte, eine Schule, ein Gesundheitszentrum, zwei Moscheen und einige Läden mit Strom. Dadurch können die Geschäfte jetzt auch Eis und gekühlte Getränke verkaufen. Auch eine neue elektrische Wasserpumpe wurde installiert, sodass die Bevölkerung sauberes Wasser zum Trinken, Waschen und für die Bewässerung ihrer Pflanzen hat.


„Mit der neuen Wasserpumpe ist unsere Ernte auch gesichert, wenn es nur wenig regnet. Wir können Karotten, Tomaten oder Bohnen anpflanzen und genug ernten, um unsere Produkte zu verkaufen und eigenes Einkommen zu erwirtschaften“, sagt Arabi Harou, die Leiterin einer Frauengruppe, die ein gemeinsames Gartenbauprojekt im Dorf gegründet hat.

Strom verbessert Lebensqualität

Seit das Stromnetz eingeführt worden ist, konnten viele Frauen wie Arabi wirtschaftlich unabhängiger werden, ihre Lebensqualität verbessern und ihr Kapital vergrößern. Die neue Stromversorgung führte unmittelbar dazu, dass Frauen, Mädchen und ihre Gemeinden einen besseren Zugang zu Diensten, wie Bildung und Gesundheitseinrichtungen haben. Zudem sorgte sie dafür, dass mehr Gemeindemitglieder unternehmerisch aktiv sind und etwa eigene Geschäftsideen umsetzen.

„Die Kinder haben zum ersten Mal in ihrem Leben elektrisches Licht gesehen. Es ist toll, dass die ganze Gemeinde dies Tag und Nacht in der Schule, in ihren Häusern, im Gesundheitszentrum und lokalen Markt erleben kann und einen dauerhaften Zugang zu Trinkwasser in ihrem Dorf hat“, sagt Johnson Bien-Aimé, Länderdirektor von Plan International Niger.

„Wenn das Projekt in Niger erfolgreich abgeschlossen ist, werden wir ein anderes, noch anspruchsvolleres Vorhaben starten. Dies soll in Niger, Mali und Senegal durchgeführt werden und die Leben tausender Frauen und Jugendlicher verändern“, so Concha López über die Pläne, die Solarenergie in weitere Regionen Westafrikas zu bringen.


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