Für den neuen Bericht führte Plan International Gespräche mit Jugendlichen in Uganda, Kolumbien und Spanien. © Plan International / Quinn Neely
Für den neuen Bericht führte Plan International Gespräche mit Jugendlichen in Uganda, Kolumbien und Spanien. © Plan International / Quinn Neely
02.10.2017

2017: Mädchen bleiben machtlos aufgrund von Gewalt und Diskriminierung

Der neue Bericht von Plan International zur Situation von Mädchen zeigt: Mädchen weltweit wollen ein selbstbestimmtes Leben führen, doch Gewalt und Diskriminierung halten sie unterdrückt und machtlos. Plan fordert eine entschlossene und direkte Bekämpfung von Geschlechterungerechtigkeiten.

Plan hat Jugendliche in Kolumbien, Uganda und Spanien befragt - und fand heraus, dass, egal wie sehr Mädchen versuchen, ihr Leben zu verbessern, sie regelmäßig durch Vorurteile, Aggression und Frauenfeindlichkeit zurückgeworfen werden. „Wenn ein Mädchen schwanger wird, und der Junge sagt, dass er Vater wird, gratulieren ihm die Leute und geben ihm sogar Geschenke, aber Mädchen werden aus ihrem Haus geschmissen und verbal und körperlich missbraucht“, sagte Luisa, ein 14-jähriges Mädchen aus Kolumbien.

„Die schrecklichen Erzählungen der Mädchen zeigen, dass fast jede einzige Erfahrung von ihnen − sei es Zuhause, in der Schule, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in den sozialen Medien − daran erinnert, dass sie Jungen unterlegen sind“, sagt Anne-Brigitte Albrectsen, CEO von Plan International. „Insbesondere die Gewalt ist so sehr normalisiert worden, dass es von vielen als etwas hingenommen wird, was zum Weiblich-sein dazugehört. Das ist im 21. Jahrhundert einfach nicht akzeptabel. Die Regierungen und die Gesellschaft lassen Millionen von Mädchen im Stich, indem sie die Realitäten ihres täglichen Lebens ignorieren.“

Der Bericht „Unlock the Power of Girls - now“ baut auf Plans Forschung der vergangenen zehn Jahre auf, die gezeigt hat, dass Mädchen häufig die Möglichkeit verwehrt wird, Zuhause, in der Schule oder in ihren breiteren Gemeinschaften gehört und ernst genommen zu werden. Ihre Stimmen und Erfahrungen sind häufig nichts wert, und auch in persönlichen Angelegenheiten wie Schulabbruch oder Heirat haben sie nichts zu sagen. Sie bleiben unsichtbar.

„Das Präsidentenamt ist nicht für Mädchen gedacht. Die Leute sagen, dass eine Frau keinen Mann regieren kann, weil sie davon ausgehen, dass wir nicht das Köpfchen haben, um das Land verändern zu können“, sagte Kiskaye, 17, aus Uganda bei der Befragung für den Bericht 2017.

Wandel erforderlich − und zwar jetzt!

Plan International schlägt eine Reihe kurzfristiger Maßnahmen vor, um sicherzustellen, dass Mädchen genauso wie Jungen behandelt werden. Dazu gehören auch engagierte öffentliche Kampagnen zur Bekämpfung sozialer Ansichten, die Mädchen schaden.

Plan International fordert auch die Überprüfung von Gesetzen und Politiken, um geschlechtsspezifische Diskriminierung zu beseitigen, wo immer sie existiert. “Die Regierungen haben die Pflicht, Mädchen zu schützen, derzeit lassen sie sie jedoch im Stich“, sagt Anne-Brigitte Albrectsen. „Sie müssen geschlechtsspezifische Diskriminierung an den Orten bekämpfen, an denen sie am tiefsten verankert ist."

Der Bericht zeigt auch, dass die Mädchen − trotz der Barrieren und Vorurteile, denen sie gegenüberstehen − erpicht darauf sind, den Wandel, den sie brauchen, zu leiten und sich mit anderen zusammenzutun, um ihn zu erreichen.
"Regierungen, Zivilgesellschaft, Medien, Unternehmen, alle Führungspersonen, Schulen, Eltern und Mädchen und Jungen − jeder hat eine Rolle zu spielen", so Albrectsen. "Die Medien allein könnten einer der mächtigsten Verbündeten der Mädchen sein. Mit ihrer Reichweite und dem Einfluss können sie eine führende Rolle beim Auslöschen von Geschlechterungleichheiten spielen. Unsere Fernsehbildschirme, Radios, Filme, Zeitungen und Social Media haben alle die Macht, hinter verschlossene Türen zu gelangen und Ansichten und Verhaltensweisen zu beeinflussen."


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