Der UN-Sicherheitsrat verweist auf die Zusammenhänge zwischen Nahrungsmittelknappheit und der erhöhten Verwundbarkeit von Frauen und Kindern. © Charles Lomodong/Plan
Der UN-Sicherheitsrat verweist auf die Zusammenhänge zwischen Nahrungsmittelknappheit und der erhöhten Verwundbarkeit von Frauen und Kindern. © Charles Lomodong/Plan
15.08.2017

20 Millionen Menschen von Hunger bedroht

Plan International schließt sich dem Aufruf des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) an, die dringende lebensrettende Hilfe für die Millionen Menschen im Südsudan, in Nigeria, Somalia und im Jemen zu ermöglichen.

In den von Konflikten zerrissenen Ländern sind mehr als 20 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Viele sind von Hungersnot bedroht und vor allem trifft es die Kinder: Durch akute Mangelernährung ist das Leben von 1,4 Millionen Kindern unmittelbar gefährdet.

Vergangene Woche beklagte der UN-Sicherheitsrat, dass bestimmte Parteien in den Konfliktgebieten keinen uneingeschränkten und nachhaltigen Zugang für lebensnotwenige Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung und andere Formen humanitärer Hilfe sichergestellt haben. Der Rat betonte, dass die anhaltenden bewaffneten Konflikte in den genannten Ländern eine der Hauptursachen für die Hungersnöte sind. Er wiederholte die Aufforderung, einen rechtzeitigen und ungehinderten Zugang für die humanitäre Hilfe in allem Gebieten zu ermöglichen und dringend nötige Importe und die Verteilung von Versorgungsgütern zu erleichtern.

„Die Welt muss ihre Bemühungen verstärken, um Millionen Menschen retten zu können, die in den Gebieten gefangen sind, die sich schnell zu Todeszonen entwickeln“, sagt Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International und begrüßte das Statement des UN-Sicherheitsrates. „Humanitäre Organisationen stehen vor extremen Herausforderungen bei der Bereitstellung von lebensrettender Hilfe für die bedürftigen Menschen, da sich die Situation immer mehr hin zu einer Katastrophe verschlechtert. Wir brauchen dringend einen sicheren Zugang und mehr Ressourcen, um Leben zu retten.“

Plan International leistet im Südsudan und in Nigeria humanitäre Hilfe. Die Organisation warnt, dass Kinder - vor allem Mädchen und junge Frauen - besonders schutzbedürftig sind und humanitäre Antworten ihren Bedürfnissen angepasst werden müssen. „Vom Verhungern bis hin zu extremer sexueller Gewalt - jugendliche Mädchen und Frauen leiden in den betroffenen Ländern unter den schlimmsten Konsequenzen der anhaltenden Konflikte und verschärften Nahrungsmittelkrisen. Jeden Tag werden Frauen und junge Mädchen vergewaltigt, zur Ehe gezwungen und müssen extreme Belastungen überstehen, um sich und ihre Familien am Leben zu halten“, sagt Albrectsen.

"Unsere Erfahrung mit Konfliktsituationen hat gezeigt, dass Mädchen und junge Frauen aufgrund tief verwurzelter Geschlechterungerechtigkeiten bei Nahrungsmittelunsicherheit besonders gefährdet sind: Wenn das Essen knapp ist, essen Mädchen und Frauen oft weniger und als letztes, da den Ernährungsbedürfnisse der Jungen und Männer Priorität eingeräumt wird", sagte Colin Rogers, Leiterin der Katastrophenhilfe von Plan International. „Außerdem beeinflussen Sicherheitsbedenken in Konflikten den Zugang zu Lebensmittelhilfen für Mädchen und junge Frauen viel drastischer. Da Mädchen und junge Frauen auf den Wegen zu Nahrung und Wasser häufig Belästigungen ausgesetzt sind, trauen sie sich nicht raus und bleiben dadurch in Gefahr, bei der Nahrungsmittelverteilung vernachlässigt und ausgebeutet zu werden.“

Plan International fordert die Umsetzung angemessener Schutzmaßnahmen, um die Sicherheit von Kindern und insbesondere Mädchen und jungen Frauen bei dem Zugang zu humanitärer Hilfe und Nahrungsmittelhilfen zu gewährleisten. Dazu gehören Maßnahmen wie die Bereitstellung von sicheren Reiserouten und sowie Schulungen zu Kinderschutz und Geschlechtergerechtigkeit für die Mitarbeiter, die an der humanitären Hilfe beteiligt sind.


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