Plan Österreich https://www.plan-international.at Plan International Österreichde-DEPlan Österreich Tue, 02 Jun 2020 00:36:14 +0000 Tue, 02 Jun 2020 00:36:14 +0000www.plan-international.atnews-1575 Fri, 29 May 2020 12:25:00 +0000 Corona-Pandemie verstärkt Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Lateinamerika https://www.plan-international.at/news/detail/corona-pandemie-verstaerkt-gewalt-gegen-maedchen-und-frauen-in-lateinamerika.html Infolge der Covid-19 Pandemie gibt es in Lateinamerika und in der Karibikregion eine starke Zunahme von geschlechtsbasierter Gewalt gegen Mädchen und Frauen im häuslichen Umfeld. Die gesammelten Daten zeichnen ein alarmierendes Bild. Schon vor der Pandemie hatte Lateinamerika hohe Raten geschlechtsspezifischer Gewalt. Doch mit den Lockdowns und Quarantänemaßnahmen hat die Gewalt hinter verschlossenen Türen noch einmal massiv zugenommen, wie die gesammelten Zahlen von Plan International zeigen. So wurden im ersten Quartal des Jahres über 23.000 Fälle von häuslicher Gewalt in Honduras gemeldet. In Kolumbien nahmen Anrufe bei den Helplines in den Wochen nach den Quarantänemaßnahmen um 142 Prozent zu. Von 25. März bis 7 .Mai wurden  4.385 Gewaltfälle gemeldet, dreimal so viele wie im Vorjahr. Auch in Peru, wo besonders harte Lockdown-Regeln vorherrschen, sind Mädchen und Frauen häuslicher Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. In den ersten zwei Aprilwochen gingen 9.812 Hilfeanrufe bei der Helpline „Línea100“ ein. Darunter waren auch 2.300 Anrufe von Kindern, die erzählten, dass ihre Mütter oder Geschwister geschlagen würden. Im Nachbarland Bolivien wurden vom 17. März bis 5. Mai 1.370 Fälle geschlechtsbasierter Gewalt gemeldet. In der Dominikanischen Republik erhielt die „Línea Mujer“, eine Notrufnummer des Frauenministeriums, in den ersten 25 Tagen der Quarantäne 619 Hilfe-Anrufe.

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: "Maßnahmen zur sozialen Distanzierung haben dramatische Auswirkungen auf Mädchen und Frauen. Wir befürchten Tausende weiterer Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt in der Region, wenn die Regierungen ihre bestehenden Schutz- und Reaktionssysteme nicht anpassen. Sie müssen sicherstellen, dass der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie zu sicheren Räumen und Notrufdiensten für Kinder, Mädchen und Frauen erreichbar bleibt.“

"Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist viel schlimmer als das Virus selbst, sagt die 21-jährige Samya aus Ecuador. „In abgelegenen Gemeinden gibt es oft noch nicht mal ein Telefon, um Hilfe zu suchen.“ Auch die Peruanerin Betsabé, 15 Jahre, findet, dass das Gewaltproblem nicht genug gesehen wird: "Alle sprechen nur über Covid-19, aber nicht über Gewalt. Viele Mädchen werden physisch und psychisch misshandelt, aber das kommt nicht an die Öffentlichkeit.“

Plan International nutzt soziale Netzwerke oder Radios in der gesamten Region, um Mädchen und junge Frauen über die ihnen zur Verfügung stehende Unterstützung zu informieren. Parallel dazu arbeitet die Kinderrechtsorganisation mit lokalen Regierungen zusammen, um deren Schutzsysteme zu stärken. Maike Röttger: „Das Einbeziehen von Männern und Jungen in den Kampf gegen Gewalt ist wesentlich, um dieses Problem zu bekämpfen".
 

 

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news-1572 Wed, 27 May 2020 16:05:50 +0000 Girls Get Equal: Kunstverkauf für weltweite Corona-Nothilfe https://www.plan-international.at/news/detail/girls-get-equal-kunstverkauf-fuer-weltweite-corona-nothilfe.html Durch den Verkauf von limitierten Kunstwerken sammeln internationale Künstlerinnen und Künstler Spenden für die Corona-Nothilfe von Plan International. „New World, new Rules“ (dt.: „Neue Welt, neue Regeln“) ist das Motto der Kunst-Verkaufsaktion „Girls Get Equal Art Sale“. 30 einflussreiche Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt haben jeweils mindestens ein Werk zu der von Plan International initiierten Aktion beigetragen. Die Werke stellen dar, wie sich die Kunstschaffenden eine neue Welt mit neuen Regeln für Mädchen und Frauen nach der Corona-Krise vorstellen: eine Welt, in der sie gleichberechtigt gesehen, gehört und geschätzt werden.

Jedes Kunstwerk wird als Druck in limitierter Auflage für 30 Pfund verkauft – das entspricht inklusive Versand etwa 40 Euro. Der Erlös geht an Plan Internationals weltweite Nothilfe im Rahmen der Corona-Krise.

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen, die getroffen werden, um die Ausbreitung zu bremsen, betreffen vor allem Mädchen und junge Frauen. Nicht nur, weil Frauen häufiger Tätigkeiten ausüben, bei denen sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit COVID-19 zu infizieren – zum Beispiel im Pflegebereich und Gesundheitswesen. Auch und besonders, weil sich in Krisensituationen ohnehin schon bestehende Ungleichheiten und bedrohliche Verhältnisse verschärfen.

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news-1567 Wed, 20 May 2020 12:50:54 +0000 Die Katastrophe in der Katastrophe https://www.plan-international.at/news/detail/die-katastrophe-in-der-katastrophe.html Erst brachte der Lockdown in der Corona-Krise das öffentliche Leben in Bangladesch und Indien zum Stillstand, nun erreicht Super-Wirbelsturm Amphan die beiden südasiatischen Länder. Die Küstenstreifen wurden evakuiert und Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h erreichte heute Nachmittag Zyklon Amphan die Küste in Höhe der ost-indischen Stadt Kalkutta. Vor allem für das direkt benachbarte Bangladesch erwarten Experten immense Schäden. Amphan treibt eine Wasserwalze von etwa 1,70 m Höhe vor sich her, viele Küstenabschnitte in Bangladesch liegen aber nur knapp über dem Meeresspiegel. Vor allem werden in der gesamten Region extreme Niederschläge durch den Super-Zyklon erwartet, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen können.

In der Coronavirus-Pandemie hatte auch Bangladesch Schulen, Läden und öffentliche Transportwege weitgehend gesperrt. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung haben dadurch derzeit keine oder kaum Einkommensmöglichkeiten. Mitten im Lockdown wurden nun Hunderttausende Familien aus der unmittelbaren Gefahrenzone an der Küste ins Landesinnere in Sicherheit gebracht – Wirbelsturm Amphan droht zur Katastrophe in der Katastrophe zu werden.

Plan-Projekte indirekt betroffen
In Bangladesch arbeitet Plan International nicht im unmittelbaren Einzugsbereich von Wirbelsturm Amphan. Allerdings werden die sich abzeichnenden extremen Niederschläge die Projektregionen Dinajpur, Nilphamari und Lalmonirhat im Nordosten des Landes sowie Dhaka-North und Gazipur nördlich der Hauptstadt erreichen. Auf indischer Seite werden im Osten rund um das Delta des Ganges heftige Niederschläge erwartet, damit auch in den Plan-Projektgebieten Ranchi und Bhubanweswar.

Plans Unterstützung in der Corona-Krise
In Bangladesch informieren unter anderem freiwillige Plan-Teams über die Gefahren des Coronavirus. Bei rund 400 Sitzungen wurden bereits 3.300 Personen direkt erreicht; mit Handzettel wird zusätzlich ein breites Publikum sensibilisiert. Außerdem bekommen 30.000 extrem arme Familien in den Plan-Partnergemeinden sowie in den Notunterkünften für geflüchtete Rohingya Hygienesets. In Indien wurden unter anderem rund 55.000 Familien mit Hygiene- und Menstruationssets sowie rund 45.000 mit Lebensmittelkits versorgt.

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news-1558 Mon, 04 May 2020 16:34:04 +0000 Coronavirus verschärft Kinderrechtssituation im Libanon https://www.plan-international.at/news/detail/coronavirus-verschaerft-kinderrechtssituation-im-libanon.html Eine Befragung zeigt, dass die Coronavirus-Pandemie die Lebensbedingungen im Libanon massiv verschlechtert. Eine von der Kinderrechtsorganisation Plan International im Libanon durchgeführte Befragung von 1.100 Mädchen und Jungen, Eltern und Gemeindevertretungen zeigt, dass die Coronavirus-Pandemie arme libanesische Familien sowie in dem Land lebende syrische Geflüchtete massiv getroffen hat.

64 Prozent der befragten Eltern sagten, dass sie nicht genug Nahrung für die nächsten zwei Wochen hätten. Mehr als 35 Prozent der heranwachsenden Mädchen berichteten, keine Menstruationsprodukte mehr zu haben. Nicht nur fehle ihnen wegen der Isolationsmaßnahmen die Möglichkeit, beispielsweise Binden zu kaufen. Sie sagten auch, kein Geld mehr für solche Produkte zu haben. 83 Prozent der Frauen gaben außerdem an, aufgrund der Angst vor einer COVID-19-Ansteckung keinen Zugang zu Verhütungsmitteln sowie sexuellen und reproduktiven Beratungsangeboten zu haben.

Befragt wurden zwischen dem 13. und 17. April 2020 je zur Hälfte syrische Geflüchtete in Flüchtlingssiedlungen sowie Menschen in armen libanesischen Gemeinden der Regierungsbezirke Baalbek-Hermel, Akkar, Nord- und Süd-Libanon sowie Nabaty. Dabei stellte sich heraus, mit welchen extremen Herausforderungen vor allem syrische Geflüchtete angesichts der COVID-19-Pandemie konfrontiert sind.

Das Plan-Partnerland Libanon befand sich schon vor der Corona-Krise in einer Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent, die Staatsverschuldung bei 85 Milliarden US-Dollar. Die Mitte März in Kraft getretene Abriegelung des Landes im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat die Lebensgrundlagen vieler Familien zerrüttet. Das verschärft die Auswirkungen der schweren Wirtschaftskrise und trifft die Schwächsten der Gesellschaft. Sie sind nun zusätzlich mit Hunger, mangelnder Hygiene und fehlendem Zugang zu Verhütungsmitteln konfrontiert; Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung und Familienplanung brechen weg.

Im Libanon leben schätzungsweise 1 Million syrische Geflüchtete. Bei einer Bevölkerung von 4,5 Millionen Menschen beherbergt der Libanon seit 2011 pro Kopf die weltweit höchste Zahl von Geflüchteten aus Syrien – eine erhebliche wirtschaftliche und soziale Belastung für den nahöstlichen Mittelmeer-Staat. Seit 2017 arbeitet Plan International mit lokalen, nationalen und internationalen Organisationen zusammen, um für die Umsetzung der Kinderrechte im Libanon einzutreten.

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news-1552 Mon, 27 Apr 2020 13:01:00 +0000 Corona-Krise global: Schwerpunkt Asien https://www.plan-international.at/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-asien.html COVID-19 hat auch die 13 asiatischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier. Im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Seitdem ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden. Während sich die Berichterstattung in den Medien auf die Folgen für Deutschland und Europa konzentriert, hat sich das Virus aber auch im asiatischen Raum weiter ausgebreitet und auch die 13 asiatischen Programmländer von Plan International betroffen.

Einschließlich Sri Lanka sind dort insgesamt (Stand 22. April 2020) 120.826 bestätigte Corona-Fälle und 83.560 gesundete Patienten gemeldet. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern bzw. zu verlangsamen, haben alle Plan-Länderbüros trotz Einschränkungen durch Ausgangssperren und Social Distancing Maßnahmen ergriffen, um die Menschen in den jeweiligen Programmländern bestmöglich zu unterstützen und präventiv aufzuklären. Insgesamt erreicht Plan International in Asien mit den diversen Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 5,3 Millionen Menschen, darunter etwa 2,4 Millionen Kinder.

  • In Indien, Indonesien und Timor-Leste wurden bis jetzt über 35.700 Hygiene-Kits an Patenkinder, ihre Familien und die umliegenden Gemeinden verteilt.
  • In Nepal haben bereits über 3.300 Familien finanzielle Unterstützung erhalten. Unter ihnen sind rund 1.400 Familien von Patenkindern. Außerdem wurden dringend benötigtes medizinisches Material in die Gesundheitszentren in den Projektgebieten geliefert.
  • Das Plan-Büro in China verteilte Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung im Wert von 189.000 Euro an Regierungseinrichtungen und lokale NGOs.
  • Plan Laos hat bislang 27 Handwaschstationen in entlegenen Programmgebieten installiert, die rund 135.000 Menschen nutzen können. Außerdem kooperiert Plan mit nationalen COVID-19 Task-Force der Regierung zur Beschaffung von 100.000 chirurgischen Gesichtsmasken für Gesundheitspersonal. Darüber hinaus werden Quarantäne-Center mit Hygiene-Material unterstützt.
  • Plan Bangladesch leistet finanzielle Unterstützung für bis zu 15.000 besonders marginalisierte Patenkind-Familien. Außerdem wurden über 400 Sets persönlicher Schutzkleidung an Anbieter von Gesundheitsdiensten in den Programmgebieten geliefert und Hygiene-Kits für die Gemeinden beschaffen. Gemeinsam mit 25 weiteren lokalen Hilfsorganisationen forderte Plan die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, den vollen Zugang zum Internet wiederherzustellen, damit Geflüchtete, Vertriebene und Aufnahmegemeinschaften mobil auf lebensrettende Informationen über COVID-19 zugreifen können.
  • Plan Kambodscha baut personelle Kapazitäten bei NGOs auf, um Kinder in der Krise psychologisch besser betreuen und unterstützen zu können. Außerdem arbeitet das Länderbüro mit einem Hilfetelefon für Kinder zusammen, um Beratungen und Online-Dienste rund um den Kinderschutz zu entwickeln.

Maßnahmen im Bereich Bildung

Um trotz Schulschließungen die Bildungsmöglichkeiten für Kinder weitestgehend aufrecht zu erhalten, sind viele Plan-Länderbüros kreativ geworden: Plan Indonesien hat Offline-Unterrichtsmodule für Schülerinnen und Schüler in abgelegenen Gebieten konzipiert. Plan Bangladesch hat neben einem Kinderbuch, durch das Kinder spielerisch über notwendige Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden, auch Unterrichtsstunden im Bereich Technik und Wissenschaft entwickelt, die als Teil des Plans der Regierung zur fortlaufenden Bildung im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen. In Thailand produziert Plan in Kooperation mit dem Schulamt und dem Netzwerk für sichere Schulen Unterrichtsmaterial zum Zuhause-Lernen für Schülerinnen und Schüler und bildet virtuell Lehrer aus.

Maßnahmen, um Menschen mit Informationen zu COVID-19 zu versorgen und für Prävention zu sensibilisieren

Um die Menschen mit Informationen zu COVID-19 zu versorgen und für Präventionsmaßnahmen wie richtiges Händewaschen zu sensibilisieren, nutzen die Plan-Büros alle ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle. Plan Bangladesch kooperiert dazu beispielsweise mit Radiosendern und hat ein Kinderbuch entwickelt, durch das Kinder spielerisch über notwendige Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Plan Myanmar verteilte Informations-, Bildungs-, und Kommunikationsmaterial an knapp 15.000 Haushalte. Plan Vietnam, Indonesien und Thailand nutzen zusätzlich die sozialen Medien zur Verbreitung von kinder- und jugendgerecht aufbereiteten Informationen zur Sensibilisierung und Prävention im Kontext von COVID-19. In Nepal entwickelt Plan International aktuell Videobotschaften in Gebärdensprache, um auch Menschen aufzuklären, die nicht gut Hören können. Plan Philippinen schult junge Menschen in Journalismus und Medienproduktion, um jugendgerechte Informationsstücke rund um die Corona-Krise sowie zu psychischer Gesundheit zu produzieren.

Maßnahmen, die speziell Mädchen und Frauen unterstützen

Wie Plan Internationals Studie „Mädchen in Krisenregionen“ gezeigt hat, sind insbesondere heranwachsende Mädchen aufgrund ihres Alters und Geschlechts in besonderem Maße von Krisen betroffen. Sie sind einem höheren Risiko ausgesetzt, sexualisierte Gewalt zu erfahren, gegen ihren Willen verheiratet und infolgedessen früh schwanger zu werden, wodurch sie in den meisten Fällen ihre Schulbildung abbrechen müssen. Einige Plan-Büros haben deshalb begonnen, Maßnahmen und Kampagnen zu starten, die darauf aufmerksam machen und ins Bewusstsein rücken sollen, dass Mädchen und Frauen in besonderer Weise von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind.

So hat beispielsweise Plan Myanmar eine virtuelle, von Jugendlichen auf- und umgesetzte Bildungs- und Schutzkampagne entwickelt, um insbesondere geflüchteten Mädchen und jungen Frauen in 220 Dörfern Schutz zu bieten. Plan Indien hat kurze Videobotschaften von Mädchen produziert, um das Bewusstsein für die Erfahrungen zu schärfen, die Mädchen während der Corona-Krise machen, die über 100.000 Menschen im Land erreicht haben. Außerdem arbeitet Indien mit freiwilligen Rechtsaushilfen zusammen, um Fragen im Zusammenhang mit Kinderheirat während der sozialen Isolation zu diskutieren. Das Länderbüro in Papua-Neuguinea arbeitet mit dem Kinderhilfswerk ChildFund zusammen, um ein nationales Hilfetelefon für Mädchen und Frauen einzurichten, die von geschlechterbasierter Gewalt betroffen sind und ihnen Zugang zu Beratungs- und Vermittlungsdiensten zu verschaffen. Plan Laos entwickelt ein Programm, das speziell heranwachsende Mädchen bei der Rückkehr in den Unterricht unterstützt, sobald die Schulen wieder öffnen.

Angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen hat Plan International Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Diese werden in folgenden Bereichen priorisiert umgesetzt: Gesundheit und Hygiene, einschließlich der Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Kinderschutz und geschlechterbasierte Gewalt, Bildung, Existenzsicherung, einschließlich finanzieller Unterstützung und der Verteilung von Nahrungsmitteln, Teilhabe der Kinder und Gemeinden an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen. Gleichberechtigung, Inklusion sowie Anwaltschaft und Einflussnahme sind bereichsübergreifende Ziele und Teil aller Arbeitsbereiche von Plan – auch und gerade in Krisen.

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news-1550 Wed, 22 Apr 2020 18:55:53 +0000 Plan unterstützt Coronavirus-Schutz im Flüchtlingslager https://www.plan-international.at/news/detail/plan-unterstuetzt-coronavirus-schutz-im-fluechtlingslager.html Im Lager Azraq, einer Notunterkunft für syrische Geflüchtete östlich der jordanischen Hauptstadt Amman, leben rund 36.000 Menschen. Plan International ist dort seit 2016 in der humanitären Hilfe tätig – und unterstützt nun den Schutz vor dem Coronavirus. Die 12-jährige Majd ist seit vier Wochen nicht mehr zur Schule gegangen – alle Schulen im Lager Azraq in Jordanien sind seit Beginn einer landesweiten Abriegelung Ende März geschlossen worden. Das macht es für die hier lebenden syrischen Kinder schwierig, ihre Ausbildung fortzusetzen. Diese war durch den Konflikt in ihrer Heimat sowie Flucht und Vertreibung ohnehin unterbrochen.

Fehlender Unterricht

„Mein Zuhause ist in Ghouta, in Syrien, aber ich lebe derzeit im Lager Azraq“, sagt Majd. „Meine Familie besteht aus sechs Personen, und wir leben alle zusammen in einem kleinen Zelt. Dort verbringe die meisten Tage. Ich vermisse die Schule und meine Freundinnen.“

Anstatt zum Unterricht zu gehen, schalten Majd und andere Kinder im Lager jetzt lokale Radio- und Fernsehsender ein, um zu lernen. Zu bestimmten Tageszeiten werden für alle Altersgruppen entsprechende Programme ausgestrahlt. Für eine minimale Nachbereitung der Inhalte, stellen die Lehrkräfte im Lager über Mobiltelefone Verbindungen zu den Schulkindern her. „Die Hausaufgaben werden von meinen Lehrern über WhatsApp-Gruppen ausgegeben“, sagt Majd, die einmal Ärztin werden möchte.

Atemschutzmasken produzieren

Um trotz der Isolation der Menschen für etwas Abwechslung und ihren Schutz zu sorgen, hat Plan International seine Programme angepasst. Die Aktivitäten finden nun ohne größere Zusammenkünfte statt. Majd ist Mitglied eines Handarbeitsclubs, der aktuell Anleitungen und Materialien verteilt, damit sich die Menschen selbst Atemschutzmasken produzieren können. „Ich mag die Sitzungen, die wir über unsere Smartphones durchführen“, erklärt die 12-Jährige. „Sie geben mir Beschäftigung und lenken mich von Corona ab, das Virus ist beängstigend.“

Kinderschutz in der Ausnahmesituation

Plan International hat zudem eine Risikobewertung im Lager durchgeführt, um die neuen Herausforderungen zu ermitteln, mit denen Kinder – vor allem Mädchen – konfrontiert sein könnten. Da sie mehr Zeit in engen, geschlossenen Zelten oder Wohncontainern verbringen müssen, erhöhte sich beispielsweise das Risiko von Gewalt. Plan hat seine Projektteams diesbezüglich geschult, um Anzeichen von Missbrauch auch in den Online-Unterrichtssitzungen erkennen zu können.

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news-1538 Thu, 09 Apr 2020 11:47:02 +0000 Gemeinsam stark durch den Start: AMIF fördert Plans Kinderschutzprogramm https://www.plan-international.at/news/detail/gemeinsam-stark-durch-den-start-amif-foerdert-plans-kinderschutzprogramm.html Um Kinder aus zugewanderten Familien in Deutschland so früh und nachhaltig wie möglich zu integrieren, hat Plan gemeinsam mit Kooperationspartner Papilio ein Kinderschutzprogramm initiiert, das sich gezielt an Kitas richtet: Das Pilotprojekt „Gemeinsam stark durch den Start“ wird gefördert vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF). news-1536 Tue, 07 Apr 2020 15:41:25 +0000 Mit Radios gegen die Coronavirus-Pandemie https://www.plan-international.at/news/detail/mit-radios-gegen-die-coronavirus-pandemie.html Holger Lehman, Experte für humanitäre Hilfe von Plan International, erklärt im Interview Auswirkungen der Corona-Krise in Plans Programmländern und was das für die Arbeit vor Ort bedeutet.news-1531 Wed, 25 Mar 2020 14:43:17 +0000 Corona-Warnung in Cox’s Bazar https://www.plan-international.at/news/detail/corona-warnung-in-coxs-bazar.html In Flüchtlingscamps könnten überfüllte Bedingungen und schlechte Hygiene zu einer explosionsartigen Ausbreitung des Virus führen. In Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs leben fast eine Million Menschen auf engstem Raum – ohne Seife oder sauberes Wasser.Hände waschen, Abstand halten, soziale Kontakte meiden – mit solchen Maßnahmen kämpft die ganze Welt derzeit gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Doch was passiert in Regionen, in denen die Menschen keine Chance haben, sich daran zu halten? In Flüchtlingscamps zum Beispiel, in denen hunderttausende Menschen auf engstem Raum leben? In Cox’s Bazar im Südosten Bangladeschs leben derzeit um die 900.000 Menschen. Die gleichnamige Stadt Cox’s Bazar, in der das Camp steht, meldete laut lokalen Medienberichten gestern den ersten Corona-Fall – eine 60-jährige Frau wurde positiv getestet.

Es könnte der Beginn einer Katastrophe sein. „Social Distancing“, also das Vermeiden sozialer Kontakte, um die Ansteckung zu verhindern, ist in den Camps nicht möglich - teilweise teilen sich bis zu zehn Menschen ein Zelt mit 5-6 Quadratmetern. Hinzu kommt, dass es so gut wie kein sauberes Wasser und keine Seife gibt, sodass sich die Menschen nicht die Hände waschen können. Häufig teilen sich hunderte von ihnen eine Toilette. Die Auswirkungen einer Erkrankung könnten dramatische Folgen haben: viele Menschen in den Camps sind gesundheitlich bereits stark angeschlagen und könnten an den Folgen versterben. Die medizinische Versorgung war bereits vor der Pandemie schlecht und würde einem explosionsartigen Ausbruch nicht standhalten. Verschlimmert wird die Situation durch die bevorstehende Regenzeit - durch das feuchte Klima und das Überspülen der Latrinen können sich Krankheitserreger besonders schnell verbreiten.

„Die hygienische Situation in Cox’s Bazar war bereits vorher dramatisch – ein Ausbruch des Corona-Virus könnte dort eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes auslösen“, warnt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Die Menschen haben keine Chance, sich vor der Krankheit zu schützen. Sie leben zusammengepfercht auf engstem Raum, unter Zeltplanen und Decken. Erkrankte Personen können nicht einfach isoliert werden, sie würden sofort die ganze Familie anstecken. Hinzu kommt, dass die Menschen dort nicht einmal genügend Trinkwasser haben, um zu überleben – wie sollen sie es dann schaffen, sich in einer solchen Situation regelmäßig die Hände zu waschen?“

Durch den Bau von Latrinen und Waschmöglichkeiten sowie das Verteilen von Hygiene-Sets mit Wassereimern, Kanistern, Zahnbürsten oder Seife setzt Plan International sich dafür ein, dass die hygienische Situation verbessert und somit die Ausbreitung von Krankheiten wie dem aktuellen Corona-Virus eingedämmt wird.

Plan International arbeitet seit 1994 in Bangladesch und ist sowohl in ländlichen Regionen als auch in urbanen Gebieten tätig, die von großer Armut geprägt sind und deren Bevölkerung besonders stark benachteiligt ist. Schwerpunkte der Arbeit sind neben Wasser- und sanitärer Versorgung auch die Verbesserung der Gesundheitssituation sowie kindorientierte Katastrophenvorsorge und Bildung.

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news-1526 Fri, 20 Mar 2020 15:56:23 +0000 Arbeiten in Zeiten des Coronavirus https://www.plan-international.at/news/detail/arbeiten-in-zeiten-des-coronavirus.html Das höchste Gut ist die körperliche und gesundheitliche Unversehrtheit – vor allem der Mädchen und Jungen in unseren Partnergemeinden, für die wir unsere Projekte durchführen. Um sie im Falle von Naturkatastrophen oder bei Notfällen schützen und auf die Folgen angemessen reagieren zu können, haben wir ein Risikomanagement-System installiert. Es greift auch jetzt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie (COVID-19). Unsere Krisenpläne unterstützen uns bei der Bewältigung der Corona-Krise. So haben wir global Maßnahmen ergriffen, die unsere internationale Zusammenarbeit sowie die Patenschaftsprogramme weit möglichst vor den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie schützen sollen. Aktivitäten werden von Plan International auch unter schwierigen Bedingen weitergeführt, solange es keine anderen Anweisungen der jeweiligen Regierungen gibt. Es kann zu Verzögerungen bei der Umsetzung kommen. Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort kümmern sich in den Gemeinden besonders um Aufklärung und Prävention zur Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Programme verzögert

Aktuell können Patenbriefe länger unterwegs sein, weil Zustellungswege unterbrochen sind. Ähnlich wie in Europa kommt es auch in anderen Regionen der Welt zu Ausgangssperren, beispielsweise in Peru. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind daran gebunden, sodass einzelne Projektbausteine nicht immer fristgerecht umgesetzt werden können. Alle Aktivitäten werden wieder in vollem Umfang durchgeführt, sobald es die Situation erlaubt. Diese kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

Fürsorgepflichten nachkommen

Damit sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und somit unsere Programme bestmöglich weiterlaufen können, wurden bereits Ende Februar 2020 von Plan International Deutschland proaktiv Maßnahmen erarbeitet: Sämtliche Auslandsreisen wurden daraufhin abgesagt. Dabei geht es darum, unnötige Risiken auszuschließen, sowohl für unsere Fachleute im deutschen Plan-Büro als auch für die Menschen in unseren Partnerländern. Denn wir haben eine Fürsorgepflicht für Mädchen, Jungen, Jugendliche und weitere Projektteilnehmende vor Ort – in Regionen, die in der Regel über keine so gute medizinische Versorgung verfügen wie hierzulande. Umgekehrt sind externe Besuche im Hamburger Plan-Büro bis auf weiteres nicht möglich.

Mit den Beschränkungen möchten wir vermeiden, dass Reisende und Gäste unbewusst das Virus möglicherweise verbreiten. Auch möchte Plan International Deutschland mit diesem Vorgehen seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden nachkommen und Situationen vorbeugen, in denen eine Quarantäne verhängt wird.

Kontakte minimieren

Im deutschen Plan-Büro wie auch auf internationaler Ebene wurde zu Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Teamstärke reduziert. Die meisten Fachleute erledigen – bis auf weiteres – die laufenden Arbeiten von zu Hause aus, während in den Büros nur eine notwendige Minimalbesetzung anwesend bleibt. Auch dies dient dem Schutz vor Ansteckung und einer möglichen Verbreitung des Coronavirus. Gleichzeitig versetzen uns kurzfristig geschaffene Maßnahmen für Heimarbeit – die sogenannten Homeoffice-Regelungen – in die Lage, flexibel die laufenden Projekte weiterführen zu können. Anfragen von Patinnen und Paten – am besten schriftlich per Email an info(at)plan.de gerichtet – beantworten wir auch in Krisensituationen wie dieser.

Globales Risiko-Register

Grundlage für unser Vorgehen ist das globale Risikomanagement-System, das vom internationalen Vorstand erstellt und vierteljährlich auf seine Wirksamkeit überprüft wird. Es führt alle Herausforderungen auf – wie beispielsweise eine durch Viren ausgelöste Erkrankungswelle – und enthält Einschätzungen von Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie mögliche Auswirkungen. Sämtliche Maßnahmen und Verantwortlichkeiten sind in diesem Risiko-Register dargestellt.

Mehr Informationen finden Sie hier.

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news-1524 Tue, 17 Mar 2020 14:54:30 +0000 Corona-Krise: Länder müssen in Gesundheitssysteme investieren https://www.plan-international.at/news/detail/corona-krise-laender-muessen-in-gesundheitssysteme-investieren.html NGOs warnen vor Kürzungen im Entwicklungsetat

Die Coronavirus-Pandemie zeigt, wie wichtig starke Gesundheitssysteme sind. Morgen wird die Bundesregierung den Eckwertebeschluss für den Haushalt 2021 vorstellen, in dem es auch um Gelder für Entwicklungszusammenarbeit geht. Plan International warnt gemeinsam mit anderen Entwicklungsorganisationen davor, diese Mittel zur Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten zu kürzen. 

Länder wie Deutschland sind deutlich robuster, um ihre Bürgerinnen und Bürger grundlegend zu versorgen und so die Folgen einer Epidemie oder Pandemie abzumildern. Anders sieht es jedoch in jenen Staaten aus, die ohnehin schon massiv von Armut betroffen sind. Sollte sich das Coronavirus beispielsweise in den Ländern Subsahara-Afrikas ausweiten, könnte dies zu massiven Problemen führen und viele Menschenleben kosten. 

Die Bundesregierung muss zu ihrem Versprechen stehen, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Die Folgen wären sonst gravierend. Wenn die Gelder nicht auch in der mittelfristigen Finanzplanung abgesichert werden, können zudem Entwicklungsprojekte nicht langfristig geplant werden und es bleiben Menschen zurück, die am meisten benachteiligt sind: Mädchen und Frauen.

Mit der Agenda 2030 hat sich Deutschland dazu verpflichtet, niemanden zurückzulassen. In 2016 und 2017 wurden jedoch weniger als  1 Prozent der deutschen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) für die gezielte Förderung von Mädchen und Frauen eingesetzt. 

Die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, OXFAM Deutschland, Plan International Deutschland und Save the Children Deutschland appellieren vor dem Eckwertebeschluss gemeinsam an die Bundesregierung, mehr in die Bekämpfung extremer Armut und in die Stärkung von Gesundheitssystemen zu investieren.

]]>news-1517 Mon, 09 Mar 2020 14:44:16 +0000 Coronavirus https://www.plan-international.at/news/detail/coronavirus.html Die Kinderhilfsorganisation Plan International sagt Besuche in oder aus den Programmländern vorsorglich bis Ende Mai ab, um Menschen in den Partnerländern aber auch Mitarbeitende bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Schon in Europa stellt der Ausbruch des Coronavirus die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. In den Programmländern, in denen Plan arbeitet, könnte die Verbreitung des Virus jedoch noch deutlich drastischere Auswirkungen für die Menschen haben. Die medizinische Versorgung ist dort häufig schwach und könnte bei einem großflächigen Ausbruch des Virus zusammenbrechen und damit zu großen Problemen in den Ländern führen. Plan International hat deshalb vorsorglich alle Reisen in die Programmländer abgesagt. Alle Patinnen und Paten, die in nächster Zeit einen Besuch bei ihrem Patenkind geplant hatten, bitten wir um Verständnis für diese Vorsichtsmaßnahme.

Plan International möchte mit dieser Regelung seiner Fürsorgepflicht für Jugendliche und Projektteilnehmende in den Partnerländern nachkommen. Wir möchten vermeiden, dass Reisende das Virus möglicherweise unbewusst verbreiten. Ebenso soll verhindert werden, dass Mitarbeitende bei der Einreise gegebenenfalls in Quarantäne müssen. Wir werden die Lage weiter aufmerksam verfolgen und unsere Maßnahmen anpassen.

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news-1515 Fri, 06 Mar 2020 11:57:28 +0000 Weltfrauentag: Keine Gleichberechtigung in Sicht https://www.plan-international.at/news/detail/weltfrauentag-keine-gleichberechtigung-in-sicht.html Es ist nicht gut bestellt um die Gleichberechtigung. Was fehlt? Junge Frauen am Entscheidungstisch.

Vor 25 Jahren wurde auf der vierten Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen die Pekinger Aktionsplattform verabschiedet. Darin definierten die Mitgliedsstaaten der UN strategische Ziele und Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen voran zu treiben. Anlässlich dieses Jubiläums wird zum Weltfrauentag 2020 in New York durch UN-Vertretungen geprüft, wie es um die Umsetzung dieser Ziele und Maßnahmen steht. 

Sonja Birnbaum, Expertin für Entwicklungspolitik von Plan International Deutschland findet klare Worte zum aktuellen Stand: „In keinem Land der Welt leben Mädchen und Frauen gleichberechtigt. Und wir sehen derzeit überall auf der Welt, dass vor allem Mädchen- und Frauenrechte zurückgedrängt werden. Reaktionäre Regierungen greifen in ihre Freiheit von Frauen und Mädchen ein, zum Beispiel wird ihre sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung in vielen Teilen der Welt in Frage gestellt.“

Laut einer aktuellen Studie des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) stehen insbesondere gesellschaftliche Vorstellungen und veraltete Rollenbilder der Gleichstellung von Frauen im Weg. Demnach hegen fast 90 Prozent der Befragten - Männer wie Frauen Vorurteile gegenüber Frauen. Rund die Hälfte aller Befragten findet, Männer seien bessere politischen Leitfiguren, 40 Prozent sagten, Männer seien außerdem die besseren Manager und hätten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit bevorzugt einen Job verdienen. Das Fazit der UN: Das Angreifen von Geschlechterklischees ist die nächste Aufgabe auf dem Weg zur Gleichberechtigung.

Aber auch auf politischer Ebene brauche es mehr Einsatz - sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, sagt Sonja Birnbaum: „Wir müssen jetzt aufstehen für die Menschenrechte, für die Frauenrechte. Wir fordern von der deutschen Bundesregierung, dass sie ihre starke internationale Rolle nutzt, um Gleichberechtigung auf der Agenda zu halten. Das ist auch entscheidend dafür, ob wir nachhaltige Entwicklungsziele wie Bildung und Klimaschutz für alle erreichen.“

Plan International geht es in diesem Zusammenhang auch darum, junge Menschen - insbesondere junge Frauen - in die nationalen und internationalen Prozesse einzubringen und ihnen Gehör zu verschaffen. Denn sie sind zurzeit noch zu selten an politischen Entscheidungen beteiligt: Nur zwei Prozent der Abgeordneten aller Parlamente weltweit sind unter 30 Jahren, und nur jede vierte davon ist eine Frau. Dabei bilden Menschen zwischen 14 und 24 Jahren in vielen Ländern die Bevölkerungsmehrheit.

„Politische Teilhabe von jungen Frauen ist unser gutes Recht. Sie muss ermöglicht und finanziert werden, wenn wir die globalen Themen wie Armut und Ungleichheit lösen wollen“, sagt auch Luana Linhares vom Jugendbeirat der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland. Die 22-Jährige erfährt in vielen Situationen zwar Anerkennung für ihr politisches Engagement, echte Partizipation auf Augenhöhe ist jedoch selten. In ihrem Blogbeitrag berichtet sie ausführlich von ihren Erfahrungen und macht eins ganz deutlich: „Wir wollen mit am Entscheidungstisch sitzen.“

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news-1507 Fri, 21 Feb 2020 10:40:02 +0000 Afrika am stärksten vom Klimawandel betroffen https://www.plan-international.at/news/detail/afrika-am-staerksten-vom-klimawandel-betroffen.html Plan International in vielen afrikanischen Ländern im Einsatz

Bei der "Fridays for Future"-Klimademo zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg ruft die Bewegung gemeinsam mit über 20 weiteren Organisationen zu einem großangelegten Protest für mehr Klimaschutz auf. Die 17-jährige Aktivistin Greta Thunberg wird auch dabei sein. Sie weist darauf hin, dass „über die afrikanische Perspektive zu wenig berichtet wird“.

Die Folgen des Klimawandels treffen keinen Kontinent so stark wie Afrika, wo die Temperaturen stärker steigen als in anderen Teilen der Welt. Wetterextreme und Naturkatastrophen, die immer wieder vorkommen, werden durch große Hitze und Dürren verstärkt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Staaten des Kontinents meist nicht über Ressourcen und Kapazitäten verfügen, um auf das sich verändernde Klima ausreichend reagieren zu können.

Im gesamten südlichen Afrika herrscht seit Monaten Dürre. In Simbabwe und dem Nachbarland Sambia, aber auch in Malawi und Mosambik ist die Situation mittlerweile sehr kritisch. Arme Haushalte haben aufgrund von Ernteausfällen und steigender Preise große Schwierigkeiten, sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Insgesamt sind 45 Millionen Menschen in der Region von einer Hungersnot bedroht und dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

In Ostafrika hat es hingegen in den vergangenen Monaten extrem viel geregnet. In einigen Gebieten fiel die höchste Niederschlagsmenge seit Beginn der Aufzeichnungen. Wüstenheuschrecken sind inzwischen in sieben Ländern am Horn von Afrika und in Ostafrika eingedrungen. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO brüten die Insekten so schnell, dass ihre Zahl bis Juni um das 500-fache steigen könnte.

Plan International ist in den meisten der betroffenen Länder aktiv und setzt sich für eine rasche Reaktion ein, um betroffene Familien mit Nahrung zu versorgen und Verluste von Kleinbauern zu vermeiden bzw. zu verringern. Plan International Deutschland unterstützt die Nothilfe-Maßnahmen im südlichen Afrika und Ostafrika über seinen Nothilfe-Fonds. Sie können diese humanitäre Hilfe gern mit einer Spende unterstützen.

Hier geht es zum Nothilfe-Fonds.

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news-1506 Thu, 20 Feb 2020 09:40:11 +0000 Plan International ist neuer Charity-Partner des Haspa Marathons Hamburg. https://www.plan-international.at/news/detail/plan-international-ist-neuer-charity-partner-des-haspa-marathons-hamburg.html Plan International und der Haspa Marathon Hamburg verbindet mehr als nur die Heimat in der Hansestadt an der Elbe. Es sind Werte, wie Respekt, Fairness, Einsatz für selbstgesteckte Ziele. Mit „Kinder brauchen Fans!“, der Sportinitiative von Plan engagieren sich prominente Sportlerinnen und Sportler, Vereine und Verbände für diese Werte und die Rechte der Kinder in Entwicklungsländern. Gemeinsam mit Plan International setzt sich der Haspa Marathon Hamburg jetzt für das Projekt Gute Bildung für Kinder“ in Ruanda ein. In dem südostafrikanischen Land sind 47 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahren. Die Bildung dieser jungen Generation ist für die Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung. Zwar werden 94 Prozent der Jungen und 96 Prozent der Mädchen eingeschult, aber weniger als die Hälfte von ihnen schließt die Grundschule ab. Ursachen hierfür sind unter anderem eine schlechte Lehrqualität und mangelhafte Ausstattung der Schulen sowie die Armut vieler Eltern sowie Kinderarbeit. Traditionelle Rollenvorstellungen und Normen hindern besonders Mädchen daran, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. So tragen vor allem frühe Schwangerschaften, geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Gewalt dazu bei, dass Mädchen die Schule abbrechen.

Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland: „Sport kann einen großen Anteil an der Entwicklung von Menschen, ja, von ganzen Gemeinden, Regionen und Ländern haben. Der Haspa Marathon Hamburg und Plan International sind ein gutes Team mit gemeinsamen Werten, das viel für die Mädchen und Jungen in Ruanda erreichen kann. Deshalb freuen wir uns, jetzt einen so starken Hamburger Partner an unserer Seite zu haben.“

Das Projekt „Gute Bildung für Kinder“ soll das ändern. In 20 Grund- und Sekundarschulen fördern der Haspa Marathon Hamburg und Plan bessere Lernbedingungen für Mädchen und Jungen: Lehrkräfte werden fortgebildet, neues Unterrichtsmaterial und Schulausstattung bereitgestellt. Insbesondere Mädchen sollen durch Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit davor bewahrt werden, die Schule frühzeitig abzubrechen. 6.900 Schulkinder profitieren von diesen Maßnahmen. Zudem werden 25 Kindergärten und damit circa 5.250 Kleinkinder, die durch gemeindebasierte frühkindliche Förderung auf die Schulzeit vorbereitet werden, unterstützt.

Auch unser BotschafterPhilipp Pflieger, der seit diesem Jahr für das Team LT Haspa Marathon Hamburg läuft, wird am 19. April an der Startlinie stehen. Er engagiert sich bereits seit 2018 für Plan International und hat die Patenschaft für ein Mädchen in Ruanda übernommen.

Erfahren Sie hier mehr über Haspa Marathon Hamburg.

 

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news-1502 Wed, 05 Feb 2020 14:02:45 +0000 Mädchen vor Beschneidung schützen https://www.plan-international.at/news/detail/maedchen-vor-beschneidung-schuetzen.html Der 6. Februar ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen sind von FGM (Female Genital Mutilation) betroffen - eine schwere Menschenrechtsverletzung - mit zum Teil tödlichen Folgen.

Ein zwölfjähriges Mädchen in Ägypten ist letzte Woche an den Folgen einer Genitalverstümmelung (FGM) gestorben. Ägyptische Medien berichteten, dass die Staatsanwaltschaft die Verhaftung des Arztes angeordnet habe, der das Beschneidungsritual an dem Mädchen durchgeführt hat. Obwohl in Ägypten seit 2008 gesetzlich verboten, wird die weibliche Genitalverstümmelung dort noch weiterhin praktiziert, besonders in den ländlichen Regionen.

Mudasser Siddiqui, Country Direktor von Plan International in Ägypten, verurteilt die Praxis von FGM aufs Schärfste: „"Die Beschneidung der weiblichen Genitalien ist eine zutiefst schädliche Praxis - ein schrecklicher Akt der Gewalt gegen Mädchen, der ausgerottet werden muss. Es ist ein traumatisches und schmerzhaftes Verfahren für die Betroffenen. Mit verheerenden Auswirkungen: FGM führt zu Infektionen, chronischen Schmerzen, langfristigen psychischen Schäden und leider - wie in diesem tragischen Fall -  sogar zum Tod. Entscheidend für die Bekämpfung von FGM ist ein nachhaltiger Bewusstseinswandel. Wir setzen alles daran, die Menschen in den Gemeinden, in denen wir arbeiten, über die schweren Folgen von FGM zu informieren und die Mädchen vor der Praktik zu schützen.“

Ägypten hat weltweit eine der höchsten Raten weiblicher Genitalverstümmelung, neun von zehn Mädchen und Frauen sind dort beschnitten. Etwa ein Drittel der ägyptischen Frauen wird zudem vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Plan International hat sich verpflichtet, Ziel 5 der Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030 zu erreichen, zu dem auch die Beendigung von weiblicher Genitalverstümmelung und die Verheiratung von Kindern gehören. In den lokalen Gemeindeentwicklungszentren unterstützt Plan bei der Durchführung von Aufklärungsveranstaltungen über FGM.

200 Millionen Mädchen und Frauen sind Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, die meisten von ihnen leben in Afrika und im Mittleren Osten. Jährlich sind rund drei Millionen in Gefahr, beschnitten zu werden. Besonders hoch ist das Risiko in Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Guinea, Guinea-Bissau, Mali und Sierra Leone. Plan International Deutschland hat in diesen Ländern mehrere Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung umgesetzt: So führt Plan derzeit in Guinea, wo mehr als 97 Mädchen und Frauen beschnitten sind, in Zusammenarbeit mit den lokalen Regierungen in mehr als 80 Gemeinden Informationsveranstaltungen durch, hilft beim Aufbau von Beratungsstellen und sorgt für neue Einkommensquellen für ehemalige Beschneiderinnen.

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news-1497 Fri, 24 Jan 2020 09:33:00 +0000 Davos: Merkels Einsatz für Kindergesundheit geht nicht weit genug https://www.plan-international.at/news/detail/davos-merkels-einsatz-fuer-kindergesundheit-geht-nicht-weit-genug.html Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos fordern acht Entwicklungsorganisationen (NGOs) Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den deutschen Beitrag für die Impfallianz Gavi auf 700 Millionen Euro zu erhöhen. Dieses Ziel wurde verfehlt.

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern an, die Arbeit der Impfallianz Gavi mit 600 Millionen Euro für den Zeitraum 2021 bis 2025 zu unterstützen. Damit Gavi jedoch wie geplant weitere 300 Millionen Kinder impfen und somit acht Millionen Todesfälle verhindern kann, muss die Bundesregierung ihren Beitrag dringend auf 700 Millionen Euro erhöhen. Dies macht Plan International heute anlässlich des WEF zusammen mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Aktionsbündnis gegen Aids, Global Citizen, Kindernothilfe, ONE, Save the Children und World Vision nochmal deutlich und fordert:

„Merkels Zusage, Gavi in den kommenden fünf Jahren weiterhin zu fördern, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Durch dieses frühzeitige Signal werden andere Geber und Partnerländer ermutigt, mehr in Impfungen weltweit zu investieren. Allerdings stehen die angekündigten 600 Millionen Euro höchstens für ein ‘Weiter so’. Das nehmen wir nicht hin. Wenn wir bis 2030 das UN-Nachhaltigkeitsziel erreichen wollen, allen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, müssen wir bei den Kindern anfangen, die am stärksten von Armut betroffen sind. Sie mit Impfungen zu schützen, ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um ihnen ein gesünderes und besseres Leben zu ermöglichen.”

Zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit sagen die NGOs:

„Der Klimawandel wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit von Menschen aus, insbesondere in den ärmsten Ländern. Schon jetzt beobachten wir eine dramatische Zunahme klimabedingter Gesundheitskrisen. Vermehrt auftretende Wetterextreme wie Wirbelstürme oder Überflutungen erhöhen das Risiko von Durchfallerkrankungen, Malaria und anderen Infektionskrankheiten. Um dem entgegenzuwirken, muss die Weltgemeinschaft Ehrgeiz zeigen und viel mehr in globale Gesundheit investieren. Gavi ist eine der effektivsten Initiativen bei der Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten. Ihr Erfolg darf nicht am Geld scheitern.”  

Die Impfallianz Gavi ist eine weltweit arbeitende öffentlich-private Partnerschaft, die seit ihrer Gründung im Jahr 2000 alle Akteure zusammenbringt, die dazu beitragen, dass jedes Kind geimpft wird. Durch die Arbeit der Impfallianz und ihren Partnern konnten seither 760 Millionen Kinder geimpft und damit langfristig 13 Millionen Leben vor potenziell tödlichen Infektionskrankheiten geschützt werden. Am 3. und 4. Juni 2020 findet in London die nächste Finanzierungskonferenz der Impfallianz statt. Mindestens 7,4 Milliarden US-Dollar sollen dort mobilisiert werden.

Das gemeinsame Positionspapier der NGOs zur Impfallianz Gavi inkl. Forderungen an die Bundesregierung finden Sie hier.

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news-1496 Wed, 22 Jan 2020 16:26:11 +0000 NGOs fordern von Merkel Einsatz für Impfungen weltweit https://www.plan-international.at/news/detail/ngos-fordern-von-merkel-einsatz-fuer-impfungen-weltweit.html Gemeinsamer Appell zum Weltwirtschaftsforum in Davos

Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos fordern acht Entwicklungsorganisationen (NGOs) Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den deutschen Beitrag für die Impfallianz Gavi auf 700 Millionen Euro zu erhöhen. Die Impfallianz wurde vor 20 Jahren in Davos gegründet und benötigt mindestens 7,4 Milliarden US-Dollar zur Fortsetzung ihrer erfolgreichen Arbeit in den kommenden fünf Jahren. 

300 Millionen weitere Kinder impfen und damit acht Millionen Todesfälle vermeiden – das ist das ehrgeizige Ziel der Impfallianz Gavi für den Zeitraum 2021 bis 2025. Um dieses zu erreichen, richten die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Aktionsbündnis gegen Aids, Global Citizen, Kindernothilfe, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children und World Vision einen gemeinsamen Appell an die Bundesregierung: „Impfen wirkt. Durch gemeinsame Anstrengungen hat die Weltgemeinschaft es bereits geschafft, Polio beinahe vollständig auszurotten. Doch noch immer sterben Kinder weltweit an vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Lungenentzündung oder Typhus. Das nehmen wir nicht mehr hin. Die Kanzlerin sollte sich dafür einsetzen, dass auch die Kinder in den Ländern, die am stärksten von Armut betroffen sind, Impfschutz erhalten. Dazu muss sie die Impfallianz Gavi mit 700 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre ausstatten. Verkündet die Kanzlerin in Davos einen starken Beitrag für Gavi, bestärkt das sowohl andere Geber als auch Partnerländer darin, ihre Bemühungen zu intensivieren und mehr in globale Gesundheit zu investieren. Es gibt keinen einzigen Grund, Kindern ihr Recht auf ein gesundes Leben zu verwehren.” 

Deutschland & Gavi

2015 richtete die Bundesregierung die letzte Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi aus. Das ursprüngliche Finanzierungsziel wurde dabei sogar übertroffen. Deutschland sagte seinerzeit 600 Millionen Euro für die Jahre 2016 bis 2020 zu. Die nächste Finanzierungskonferenz von Gavi findet am 3. und 4. Juni 2020 im Vereinigten Königreich statt. 7,4 Milliarden US-Dollar will die Impfallianz dort mindestens mobilisieren. Deutschland darf daher jetzt nicht nachlassen.

20 Jahre Gavi - Jubiläum in Davos

Gavi wurde im Jahr 2000 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet, feiert dieses Jahr also ihren 20. Geburtstag. Gemeinsam mit ihren Partnern kann die Impfallianz inzwischen eine beachtliche Bilanz vorweisen: Mit ihrer Unterstützung wurden seither weltweit mehr als 760 Millionen Menschen geimpft - das ist rund jeder zehnte Mensch weltweit. Die Impfraten in den am stärksten von Armut betroffenen Ländern der Welt befinden sich auf einem historischen Höchststand. Insgesamt konnten durch Gavis Arbeit über 13 Millionen Todesfälle verhindert werden. Deutschland hatte hieran maßgeblich Anteil.

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news-1494 Tue, 21 Jan 2020 16:37:26 +0000 Hungerkrise im südlichen Afrika https://www.plan-international.at/news/detail/hungerkrise-im-suedlichen-afrika.html Plan International unterstützt Familien in Simbabwe, Malawi, Mosambik und Sambia

Viele Menschen im Süden Afrikas leiden unter den verheerenden Folgen von Naturkatastrophen und Klimawandel. Die schlimmste Dürre seit 35 Jahren, die Wirbelstürme Idai und Kenneth sowie Überschwemmungen haben die Ernten in einer Region vernichtet, die von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft abhängig ist. Rund 45 Millionen Menschen in neun Ländern sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Situation in Simbabwehat sich in den letzten Monaten erheblich verschlechtert und ist äußerst prekär: Die Hälfte der Bevölkerung - eine Rekordzahl von 7,7 Millionen Menschen - ist vom Hunger bedroht. Um die Wirtschaft des Landes steht es schlecht: Der Strom ist rationiert, Bargeld knapp und die Preise für Benzin und Lebensmittel sind explodiert. Nun kommen die Dürre und Ernteausfälle hinzu. Aufgrund des Inflationsdrucks können sich viele Familien keine Grundnahrungsmittel wie Mais, Brot, Zucker und Speiseöl mehr leisten. In einer Befragung gaben 53 Prozent der Haushalte in Harare an, dass sie nicht in der Lage sind, die Schulgebühren zu zahlen.

Plan International hat ein umfassendes Hilfsprogramm sowohl für ländliche als auch städtische Gemeinden in Simbabwe entwickelt. Mit dem World Food Programme wird zum Beispiel die flächendeckende Ernährung von Kindern zwischen 6 und 23 Monaten in allen 31 Bezirken des Distrikts Mutasa gewährleistet. In den Distrikten Epworth (Harare), Tsholotsho und Bulilima unterstützt das lokale Plan-Team 12 Schulen, 1.200 gefährdete Mädchen, junge Frauen und ihre Kinder werden mit regelmäßigen Mahlzeiten versorgt und unterrichtet. Im Distrikt Chiredzi entstehen ein zehn Hektar großes Bewässerungssystem, ein Garten und eine Vermehrungsfläche für Saatgut sowie eine Viehkoppel, die die Ernährung von 5.500 Menschen nachhaltig verbessern sollen.

Im Nachbarland Sambia benötigen 2,3 Millionen Menschen Lebensmittelhilfe. Während die Bauern im Süden und Westen seit vier Jahren unter mangelnden Niederschlägen leiden, kämpfen die Familien im Nordosten mit Sturzfluten. Schädlingsbefall und Ausbrüche von Viehseuchen haben die Lage weiter verschlimmert. Die Krise ist so schwerwiegend, dass das Land - normalerweise ein Getreideexporteur - ein Verbot für Maisexporte erlassen hat.

Mit Beginn des neuen Schuljahres Ende Januar wird Plan International ein Schul-Ernährungsprogramm in 13 Distrikten Sambias umsetzen. Wegen der Hungerskrise gehen immer mehr Kinder nicht zur Schule. Insbesondere Mädchen kommen nicht zum Unterricht, weil sie ihre Familien bei der Suche nach Nahrung und Wasser unterstützen oder durch Arbeit zum Haushaltseinkommen beitragen müssen. 75 Prozent der Kinder in Sambia versäumten seit Oktober 2019 zwei- bis dreimal pro Woche die Schule.

Auch große Teile von Mosambikhaben sich in Hungerregionen verwandelt, rund zwei Millionen Menschen haben nicht genügend zu essen. Plan International wird sich in den Distrikten Panda und Buzi mit Hilfsmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Kinderschutz sowie in der Ausbildung und wirtschaftlichen Stärkung der Jugend engagieren. Um die Ernährungssicherheit in den trockenen Regionen zu verbessern, werden neue Methoden der Landwirtschaft vermittelt und der Anbau dürreresistenter Pflanzen gefördert.

In Malawiist die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen in den letzten Monaten auf über 1,8 Millionen gestiegen. Plan International wird in seinen vier Programmgebieten vor Ort ab Februar so genannte Cash Voucher verteilen, mit denen notleidende Haushalte Mais, Hülsenfrüchte und Speiseöl erhalten. Im Fokus unserer Arbeit steht neben der kurzfristigen Ernährungssicherung auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber Katastrophen und Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung.

Nothilfe-Maßnahmen im südlichen Afrika und anderen Plan-Programmländern werden über den Nothilfe-Fonds finanziert.

Hier können Sie den Nothilfe-Fonds unterstützen:

Plan International Deutschland e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE92251205100009444933

BIC: BFSWDE33HAN

Stichwort: Nothilfe-Fonds

Aktuelle Informationen zur Lage im südlichen Afrika finden Sie hier.

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news-1491 Wed, 15 Jan 2020 11:13:09 +0000 Klimawandel und Katastrophenvorsoge: Plan International auf der Grünen Woche https://www.plan-international.at/news/detail/klimawandel-und-katastrophenvorsoge-plan-international-auf-der-gruenen-woche.html Die Internationale Grünen Woche (IGW) findet vom 17. bis 26 Januar in Berlin statt. Plan International ist mit einem Stand vertreten.

Heute startet die Internationale Grüne Woche in Berlin. Unter dem Motto „Globalisierung gerecht gestalten“ stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) in diesem Jahr die Themen Klima, Wald und Landwirtschaft in den Mittelpunkt. Vom 17. bis 26. Januar können Besucherinnen und Besucher neben diversen Fachveranstaltungen auch fair gehandelte Produkte und Marktneuheiten bei rund 1.700 Ausstellern entdecken und testen.

Am Stand von Plan International (Halle 1.2, Stand 118) steht die Projektarbeit zum Thema „Kindzentrierte Anpassung an den Klimawandel“ im Vordergrund. Ein „Wimmelbild“ und eine Mal-Ecke für Kinder sollen den kleinen und großen Messe-Gästen die Programmarbeit zu Umweltschutz und Klimawandelanpassung spielerisch näher bringen. Im Zentrum stehen dabei die Risiken des Klimawandels für Kinder in Entwicklungsländern und wie wir sie aktiv in unsere Arbeit vor Ort miteinbeziehen. Mehr Infos zur Grünen Woche finden Sie hier.

Hintergrund unserer diesjährigen Fokusthemen, ist die unmittelbare Bedrohung von Kindern durch die Folgen des Klimawandels weltweit. Mädchen und Jungen sind vor allem in Entwicklungsländern zunehmend von Naturkatastrophen und ihren Folgen wie Ernteausfällen, Hunger sowie von Krankheiten bedroht. Plan setzt sich in diversen Projekten für Umwelt- und Klimaschutz ein. In Indonesien werden Jugendliche in Umweltberufen ausgebildet, zum Beispiel in Öko-Tourismus oder nachhaltiger Landwirtschaft.

Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind besonders Mädchen betroffen, da der Klimawandel bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen verstärkt. So sind sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, gegen ihren Willen früh verheiratet und schwanger zu werden - und bei der Geburt zu sterben -, sexualisierte Gewalt zu erleben, oder dauerhaft die Schule verlassen zu müssen.

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news-1490 Tue, 14 Jan 2020 08:16:45 +0000 Mit einem gemeinsamen Ziel - Plan International als Charity-Partner des DHB in Aktion https://www.plan-international.at/news/detail/mit-einem-gemeinsamen-ziel-plan-international-als-charity-partner-des-dhb-in-aktion.html Die EHF Handball-Europameisterschaft 2020 der Herren in Norwegen, Schweden und Österreich steht kurz bevor und das Nationalteam steckt mitten in den Vorbereitung. Als offizieller Charity-Partner des Deutschen Handballbunds (DHB) ist auch Plan International aktiv, ehe es für die Handball-Stars um Uwe Gensheimer und Bundestrainer Christian Prokop im Auftaktspiel am 9. Januar gegen die Niederlande ernst wird.

Neben einer erfolgreichen EM und der damit verbundenen Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio im Juli dieses Jahres hat sich der DHB gemeinsam mit Plan International das Ziel gesetzt, Kindern weltweit eine bessere Zukunft zu geben. Darum setzt sich der DHB mit dem Projekt „Sport schafft sichere Schulen in Hanoi“ für den Schutz von Kindern und Gleichberechtigung in Vietnam ein und hat auch die Patenschaft für ein Mädchen im Vietnam übernommen. Die Kooperation mit dem Deutschen Handballbund entstand 2019 aus der Handball-Weltmeisterschaft der Männer, bei der sich der DHB bereits erfolgreich für Plan stark machte.

Als vorläufigen Höhepunkt der Partnerschaft besuchte Bundestrainer Christian Prokop im vergangenen November Chi Ra, das Patenkind des DHB, in ihrer Heimat. Von den bewegenden Eindrücken der Reise berichtete der Bundestrainer auf der letzten großen Pressekonferenz vor EM-Start. Die Bilder der Reise beeindruckten nicht nur die Presse, sondern auch die über 12.000 Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena in Mannheim beim letzten Vorbereitungsspiel des DHB-Teams gegen Island.

Auch bei einem Interview einer Plan-Mitarbeiterin kurz vor dem Anpfiff des Freundschaftsspiels spielte die Vietnam-Reise eine wichtige Rolle. Durch das große Engagement der Aktionsgruppe Mannheim konnten sich interessierte Zuschauer am Plan-Stand vor Spielbeginn und während der Halbzeitpause über das Thema Patenschaften informieren. Die Gäste im VIP-Bereich konnten sich bei der Ausstellung einiger Reisebilder einen Eindruck der Reise verschaffen.

Diese Ausstellung wird im Deutschen Haus in Wien während der Hauptrunde fortgesetzt. In der neu vom DHB geschaffenen Anlaufstelle für alle deutschen Fans wird auch der Plan-Botschafter Dominik Klein von seiner Reise im Oktober in Plan-Projektgebiete in Brasilien berichten. So engagieren sich der DHB, der ehemalige Weltmeister Klein und Plan International gemeinsam dafür, Kindern weltweit eine Zukunft zu ermöglichen.

Erfahre hier mehr über die Partnerschaft mit dem Deutschen Handballbund (DHB)

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news-1488 Wed, 08 Jan 2020 09:31:28 +0000 Bildung und Schutz für Rohingya-Kinder in Bangladesch https://www.plan-international.at/news/detail/bildung-und-schutz-fuer-rohingya-kinder-in-bangladesch.html Seit dem massiven Ausbruch der Gewalt gegen die Rohingya am 25. August 2017 in Myanmar sind mehr als 700.000 Menschen ins benachbarte Bangladesch geflohen. Plan International setzt sich dafür ein, dass Rohingya-Kinder auch in den Notunterkünften Bildung und Schutz erhalten.

Ihr Recht auf Bildung und Schutz können die meisten der von Myanmar nach Bangladesch geflohenen Rohingya nicht wahrnehmen. Wir von Plan International haben ein neues, von der Generaldirektion für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) gefördertes Projekt gestartet, damit Mädchen und Jungen in den Flüchtlingsgemeinden wieder Lernangebote sowie ein sicheres Umfeld haben. Zusätzlich unterstützen wir Kinder und Jugendliche beim Zugang zu psychosozialer Betreuung sowie weiteren Schutzangeboten. Die Plan-Teams arbeiten eng mit Gemeindemitgliedern zusammen, um sie für den Kinderschutz zu sensibilisieren.

Vor zwei Jahren flohen 900.000 Menschen der Volksgruppe Rohingya vor der Verfolgung in Myanmar nach Cox‘s Bazar im benachbarten Bangladesch. Mehr als die Hälfte sind Minderjährige, die im Exil kaum vor Gewalt, Frühverheiratung oder Kinderarbeit geschützt sind.

Alle Hintergründe und Informationen zur Rohingya-Krise erfahren Sie hier.

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news-1486 Mon, 30 Dec 2019 10:11:00 +0000 Unser Jahr 2019 https://www.plan-international.at/news/detail/unser-jahr-2019.html Bye Bye 2019! Wir blicken zurück auf ein Jahr voller Aktionen und Erfolge, aber auch geprägt von einigen Krisen und Katastrophen. Hier gibt's unsere 10 most memorable Moments des Jahres.

1. Foto-Workshop mit Pulitzer-Preisträger Daniel Etter

In Zusammenarbeit mit dem Canon Young People Programme hat Plan im Februar einen Foto-Workshop für Jugendliche im Alter von 15 - 18 Jahren angeboten. Thematisch standen unter anderem die UN-Nachhaltigkeitsziele und das weltweite Plan-Programm „Safer Cities“ im Fokus. „Wo in meiner Stadt bewege ich mich am liebsten?“ und „An welchen Orten fühle ich mich sicher?“ waren nur einige der Fragen, mit denen sich die Jugendlichen beschäftigten und dann unter Anleitung von Fotojournalist und Pulitzer-Preisträger Daniel Etter auf Foto-Safari in Hamburg begaben. Die Ergebnisse wurden im Juni im Plan-Büro ausgestellt.

2. Zwei Gründe zum Feiern: 30 Jahre Plan und 30 Jahre Kinderrechte

Der 1. März 2019 war ein großer Tag für die Kinderhilfsorganisation: Das deutsche Büro feierte sein 30-jähriges Bestehen. Im Zuge des Jubiläumsjahrs wurde im Oktober auch das neue Bürohaus von Plan Deutschland eingeweiht, um in der Entwicklungszusammenarbeit vor allem auch das Thema „Lead“ voranzutreiben. Plans Arbeit ist verknüpft mit den Kinderrechten, die ebenfalls vor 30 Jahren von den Vereinten Nationen beschlossen wurden. Das Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention, an deren Ausarbeitung Plan International beteiligt war und welche die Leitlinien für alle Projekte bildet, wurde weltweit im November dieses Jahres gefeiert. Begleitet wurde der Geburtstag der Kinderrechte auch mit verstärkten Forderungen nach einer besseren Um- und Durchsetzung. So fordert die Initiative „Kinderrechte ins Grundgesetz“, ein Zusammenschluss aus mehr als 50 Verbänden und Organisationen in Deutschland - darunter auch Plan International Deutschland - dass die Kinderrechte auch im Grundgesetz verankert werden müssen.

3. Plan leistet weltweit Nothilfe

Leider gab es auch in diesem Jahr wieder einige Naturkatastrophen und Krisen - so beispielsweise Zyklon Idai, der im März schwere Schäden in Mosambik, Simbabwe und Malawi anrichtete, auf den im August eine schwere Dürre und Hunger in Simbabwe folgte. Weitere Wirbelstürme erreichten auch Indien, Bangladesch und zuletzt die Philippinen. Auch die aus Venezuela geflüchteten Menschen wurden in diesem Jahr weiter von Plan unterstützt. Plan International hat in den betroffenen Regionen die humanitären Hilfsmaßnahmen unterstützt - mit Lebensmitteln, Hygieneutensilien und Notfall-Sets. Im Fokus stand dabei immer der besondere Schutz der Kinder in den betroffenen Regionen. Um die humanitäre Hilfe bei solchen Katastrophen und in Krisengebieten besser unterstützen zu können, wurde Plan zu Beginn des Jahres offiziell Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft.

4. Plan fordert: Frühverheiratung stoppen!

Seit vielen Jahren setzt sich Plan International für ein Ende der Kinderheirat ein und fordert Politiker in den betroffenen Ländern auf, gesetzliche Voraussetzungen zu schaffen und diese umzusetzen. 2019 war das gleich in zwei afrikanischen Ländern von Erfolg gekrönt: In Mosambik hat das Parlament im August mit einem neuen Gesetzesbeschluss das Mindestalter zur Heirat auf 18 Jahre festgesetzt. Damit hat die Regierung ein Schlupfloch im Familienrecht des Landes gestopft, durch das es Jugendlichen möglich war, mit der Zustimmung der Eltern bereits mit 16 Jahren zu heiraten - oder verheiratet zu werden. Ein wichtiges Signal im Kampf gegen Kinderheirat sendete auch der oberste Gerichtshof in Dar es Salaam, Tansania. Er kippte im Oktober den Versuch der Regierung, das Mindestalter für Eheschließungen von 18 auf 14 Jahre herunterzusetzen.

5. Active und happy: Women’s Run 2019

Auch in diesem Jahr war Plan International Deutschland Charity-Partner der Laufserie BARMER Women’s Run. Die Laufevents 2019 starteten unter dem Motto „Be active. Be happy. Be you!“ im Juni in Hamburg und fanden bis Oktober in sechs weiteren großen deutschen Städten statt: Berlin, Frankfurt, Köln, Stuttgart, München und Hannover. Traditionell ist Plan in Hamburg mit zwei Teams über die Distanzen von fünf und acht Kilometern gestartet. Mit verschiedenen Mitmach- und Spendenaktionen wurden diese Saison über 5.000 Euro an Spenden gesammelt, die in den Mädchen-Fonds von Plan International Deutschland fließen.

6. Studie zeigt: Eine Patenschaft von Plan verbessert das Leben der Kinder

Im Juli hat Plan International einen Bericht zur Wirksamkeit von Patenschaften veröffentlicht: Daten aus 12 Millionen Befragungen von Patenkindern und ihren Familien liefern den Beweis dafür, dass Patenschaften auf verschiedene Weise das Leben der Mädchen und Jungen verbessern. Dabei erreichen Kinderpatenschaften die am meisten an den Rand gedrängten Kinder. 

7. Plan-Umfrage ergibt: Instagram und Co. bremsen die Gleichberechtigung aus

Im August brachte Plan International Deutschland einen Bericht zu Rollenbildern in den sozialen Medien und ihre Auswirkung auf die Gleichberechtigung heraus. Eine Umfrage unter 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren ergab: Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern. Das ist beunruhigend, denn Gleichberechtigung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Dafür ist es auch nötig, dass veraltete Rollenbilder und Vorbilder durch zeitgemäße ersetzt werden.

8. Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte zum achten Mal in Berlin verliehen

Im September hat Plan International Deutschland gemeinsam mit der Stiftung Hilfe mit Plan den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte verliehen. Mit dem Journalistenpreis werden einmal im Jahr die vier besten Berichte und Reportagen zum Thema Kinderrechte ausgezeichnet. Die Auszeichnung in der Sparte Deutschland/ Österreich erhielt Jürgen Bätz, Korrespondent der dpa, für seinen Beitrag „Todesurteil Kinderehe“. Barbara Schmickler erhielt den Peter Scholl-Latour Preis für ihre Reportage „Abschottung total – Kann man Migration stoppen?“, die sie für das Format STRG_F des Jugendportals Funk erstellte. Den Preis in der Sparte International erhielt José Alberto Mojica Patiño, Redakteur der kolumbianischen Tageszeitung El Tiempo, für seinen Beitrag "Das Licht, das in Tumaco nicht ausgeht". Der Sonderpreis ging an die „Youth Advocates", die sich mit ihrer Medienarbeit für die Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland einsetzen.

9. Zum Welt-Mädchentag fordert Plan ein Gütesiegel für Filme

Anlässlich des diesjährigen Welt-Mädchentages im Oktober hat Plan International einen Bericht zu Frauenrollen in Kinofilmen herausgebracht. Dafür wurden die 56 umsatzstärksten Filme aus 2018 in insgesamt 20 Ländern auf Genderstereotype untersucht. Das Ergebnis: Die erfolgreichsten Kinofilme der Welt vermitteln die Botschaft, dass Männer in Führungspositionen gehören und Frauen - selbst wenn sie als starke Persönlichkeiten gezeigt werden - meist Sexobjekte sind. Das hat Auswirkungen auf das Verständnis von Gleichberechtigung bei Mädchen und jungen Frauen auf der ganzen Welt, die diese Filme schauen und darin kaum positive Vorbilder für sich finden. Um mehr Gleichberechtigung zu erreichen, fordert Plan ein Gütesiegel, das Filme auszeichnet, die sowohl Frauen als auch Männer in zeitgemäßen Rollen darstellen.

10. Das Perioden-Emoji ist da!

Nach langem Warten ist das Perioden-Emoji mit einem System-Update seit Ende Oktober weltweit in allen Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken verfügbar. Das für die Emoji-Standardisierung zuständige Unicode-Konsortium hatte bereits im Februar 2019 das Perioden-Emoji verabschiedet. Mit dem Beschluss ist das in Kalifornien ansässige Konsortium der Forderung von Plan International nach einem Emoji nachgekommen, das helfen soll, mit dem Stigma und Tabu rund um das Thema Menstruation zu brechen. Der Bluttropfen soll Mädchen und Frauen eine neue Möglichkeit bieten, über ihre Periode zu sprechen. Wie nötig ein Aufbrechen des weltweiten Tabus ist, hat in diesem Jahr ein tragischer Fall in Kenia gezeigt. Dort hatte sich eine 14-jährige Schülerin im September das Leben genommen, nachdem sie im Unterricht von einem Lehrer aufgrund ihrer Periode vor der ganzen Klasse als „schmutzig“ bezeichnet wurde.

Wir blicken gespannt auf das neue Jahr 2020!

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news-1487 Tue, 24 Dec 2019 19:53:00 +0000 Neuer Taifun "Ursula" trifft auf die Philippinen https://www.plan-international.at/news/detail/neuer-taifun-ursula-trifft-auf-die-philippinen.html Nur drei Wochen nach dem letzten Wirbelsturm hat heute erneut ein Taifun die Philippinen getroffen. „Ursula“ verursachte in dem Inselstaat heftige Regenfälle und sorgte dafür, dass tausende Menschen ihre Häuser verlassen mussten.Am heutigen Heiligabend ist erneut ein Wirbelsturm über die Philippinen hinweggefegt. Mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 150 Stundenkilometern ist "Ursula" am späten Nachmittag (Ortszeit) in Salcedo in der östlichen Provinz Eastern Samar auf Land getroffen. Der Taifun löste heftige Regenfälle aus und legte den Fährverkehr lahm. Dutzende Flüge wurden zudem gestrichen und tausende Menschen in den Küstenregionen mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen.

Plan Internationals Nothilfe-Teams schätzen momentan das Ausmaß der Schäden und der notwendigen Hilfsmaßnahmen ein. Wir groß die Schäden sind, die der Taifun hinterlassen hat, ist bislang noch nicht bekannt. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass keine Patenkinder oder deren Familien betroffen sind.

Plan hat in der Hauptstadt Manila ein Lager mit Zeltplanen, Decken und Hygiene-Sets. Dadurch können die Hilfsgüter im Bedarfsfall schnell verteilt werden. Die Nothilfe-Teams vor Ort ermitteln derzeit, was die betroffenen Gemeinden am dringendsten benötigen. Sie sorgen dafür, dass die Aufbauarbeiten so schnell wie möglich aufgenommen werden können, damit die Menschen - vor allem die Kinder - wieder in den Alltag zurückfinden und zum Beispiel wieder zur Schule gehen können.

Plan International ist seit 1961 in den Philippinen tätig und arbeitet zurzeit in über 400 Gemeinden in den Programmgebieten Masbate, Occidental Mindoro, Nord-Samar, Ost-Samar, West-Samar und Zentral Mindanao. Die Philippinen zählen zu den am meisten von Naturkatastrophen betroffenen Ländern weltweit. Vor allem Wirbelstürme sind in dieser Jahreszeit sehr häufig. 2013 hatte der Taifun „Haiyan“ in den Philippinen massive Schäden angerichtet, damals kamen mehr als 6.300 Menschen ums Leben. Vor knapp drei Wochen hatte bereits Wirbelsturm „Kammuri“ dafür gesorgt, dass 500.000 Menschen obdachlos wurden. 17 Menschen starben in Folge des Unwetters.

Nothilfe-Maßnahmen in den Philippinen und anderen Plan-Programmländern werden über den Nothilfe-Fonds finanziert.

Hier können Sie den Nothilfe-Fonds unterstützen:

Plan International Deutschland e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE92251205100009444933
BIC: BFSWDE33HAN
Stichwort: Nothilfe-Fonds

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news-1483 Thu, 19 Dec 2019 07:52:10 +0000 Bundesminister Müller und Heil zu Besuch im Flüchtlingcamp in Äthiopien https://www.plan-international.at/news/detail/bundesminister-mueller-und-heil-zu-besuch-im-fluechtlingcamp-in-aethiopien.html Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Hubertus Heil, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, besuchten das Flüchtlingshilfsprogramm von Plan International im Flüchtlingslager Ngueyyyiel in Äthiopien.

Zusammen mit dem Länderdirektor von Plan International Äthiopien, Hiwotie Simachew besuchten die Minister eine der vier Grundschulen im Camp, ein Kindesschutzzentrum und ein Jugendzentrum. Plan International Äthiopien hat im Camp 128 Klassenzimmer gebaut, in denen über 16.000 Schülerinnen und Schüler untergebracht sind.

Plan Internationals Flüchtlingshilfe in Äthiopien konzentriert sich darauf, die Bedürfnisse der ankommenden Geflüchteten, speziell die der Kinder, zu analysieren. So können Hilfsmaßnahmen auch kurzfristig und genau für den jeweiligen Bedarfsfall entwickelt werden. Dazu gehört die Grundversorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, die Bereitstellung von Notunterkünften und die Einrichtung von Kinderschutzzonen. In diesen gesicherten Bereichen sind die Mädchen und Jungen betreut, sie lernen und spielen geschützt vor Übergriffen.

Für Jugendliche, insbesondere Mädchen, gibt es spezielle Programme für sexuelle und reproduktive Gesundheit. Das schließt Sexualaufklärung und Informationsveranstaltungen zum Thema Familienplanung ein, aber auch Hilfe bei Fällen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt.

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