Millionen Kleinkinder akut von Hunger bedroht

Foto: Jackson Njehia

Am Horn von Afrika sind fast 5,7 Millionen Kinder von akuter Unterernährung bedroht. Auch Safina aus Kenia kämpft um das Leben ihrer Tochter. Eine nährstoffreiche Paste könnte für ihr Baby und Tausende weitere Kinder den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Der Zustand von Safinas jüngster Tochter ist kritisch. Mehrmals musste sie bereits ins Krankenhaus, noch immer ist die Kleine schwer unterernährt. Die Familie lebt im kenianischen Bezirk Tana River. Safinas Tochter erkrankte, als sie drei Monate alt war. „Es war eine Grippe, vielleicht lag es auch am Wassermangel“, erklärt die sechsfache Mutter. „Sie musste im Krankenhaus versorgt werden und nimmt seitdem an einem Programm zur Behandlung von Mangelernährung teil.“ Die Ärzt:innen erklären Safina, wie wichtig es ist, dass ihre Tochter die gebrauchsfertige therapeutische Nahrung (RUTF: ready-to-use therapeutic food) isst, die sie ihr verschrieben haben. Dabei handelt es sich um eine erdnussähnliche Paste, die mit Proteinen und Vitaminen angereichert ist. Doch der Zustand des Babys verbessert sich nicht – denn ihre fünf anderen Geschwister essen die Nahrung, die für die Eineinhalbjährige vorgesehen ist. „Ich stelle sie weg, aber die anderen Kinder stehlen sie“, erklärt ihre Mutter.

Ein Päckchen der Paste wird hochgehalten, im Hintergrund sitzen Mutter und Kind
Die nährstoffreiche Paste wird bei Unterernährung verschrieben.Jackson Njehia
Eine Frau mit Kleinkind auf dem Arm sitzt auf einem Stuhl, neben ihr steht ein Mann, der Arzt ist
Safina und ihre Tochter bei der ärztlichen Kontrolluntersuchung.Jackson Njehia

Gesundheitsfachkräfte in Tana River erleben dies immer wieder. „Wir haben zahlreiche Fälle von Kindern, deren Zustand sich nicht verbessert“, sagt Eva Thathacha. „Oft teilen die Mütter die therapeutische Nahrung auch mit anderen Mitgliedern der Familie, obwohl wir ihnen sagen, dass es sich um Medizin für ihre unterernährten Babys handelt. Doch sie haben zu Hause keine andere Nahrung, deshalb geben sie sie an den Rest der Familie weiter.“

Es besteht dringender Handlungsbedarf

Die unsichere Ernährungslage in den ostafrikanischen Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia  wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich verschlimmern: Drei aufeinanderfolgende Trockenzeiten haben zu Wasserknappheit und extremer Dürre geführt. Der Viehbestand und die Ernten sind größtenteils vernichtet, die Bevölkerung musste fliehen, das Risiko von Krankheiten hat sich stark erhöht. Zusammen mit dem Mangel an Nahrung bringt die Situation Kinder und ihre Familien an ihre Grenzen. „Mein 11-jähriger Sohn ist stark unterernährt, auch meinen fünf weiteren Kindern kann ich nichts zu essen geben – denn es gibt nichts“, erklärt die 30-jährige Aisha.

Safina mit ihren drei etwas älteren Töchtern und ihrer 18 Monate alten Tochter, sie sitzen gemeinsam auf dem Boden
Safina und ihre Töchter müssen mit wenig Nahrung auskommen. Jackson Njehia

Es besteht dringender Handlungsbedarf, um Leben zu retten und eine Katastrophe am Horn von Afrika zu verhindern. Plan International verteilt daher im Bezirk Tana River Nahrungsmittel und Wasser an Familien, die diese dringend benötigen. „Wenn die anderen Familienmitglieder etwas zu essen haben, lassen sie die therapeutische Nahrung für das Kind übrig, dem sie verschrieben wurde“, erklärt George GaluGalu, Projektkoordinator von Plan International im Bezirk Tana River. Auch therapeutische Nahrung für Kleinkinder, Schwangere und Stillende gibt Plan International an betroffene Familien aus.

Hunger in Ostafrika: So können Sie helfen

Am Horn von Afrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit mehr als 40 Jahren. In Äthiopien, Kenia und Somalia leiden bereits mehr als 13 Millionen Menschen unter Mangelernährung und Wasserknappheit, mehr als 5,7 Millionen Kinder sind nach aktuellen Schätzungen akut unterernährt. Wir von Plan International unterstützen Kinder und ihre Familien in dieser Krise: So stellen wir unter anderem dringend benötigte Lebensmittel zur Verfügung und ermöglichen medizinische Versorgung und Betreuung. Sie können uns dabei helfen – mit einer Spende!

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