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Rechte von FGM/C betroffener Frauen und Mädchen schützen

Mit dem Projekt „Let´s CHANGE“ wollen wir das Recht von Mädchen und Frauen auf körperliche Unversehrtheit schützen. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 64.800 von FGM/C betroffene Mädchen und Frauen sowie 15.540 gefährdete Mädchen*. Aus diesem Grund verfolgt unser Projekt einen zweifachen Ansatz: So sollen Mädchen einerseits vor einer möglichen Beschneidung geschützt werden und andererseits betroffene Frauen und Mädchen Unterstützung erhalten.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Hamburg

Projektlaufzeit:
Oktober 2018 – September 2020

Ziele:

  • Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt, insbesondere von FGM/C
  • Schutz der Rechte betroffener Frauen und Mädchen

Maßnahmen:

  • Ausbildung von 32 CHANGE-Agents, damit sie zu Bewusstseins- und Verhaltensänderungen in FGM/C praktizierenden Communities beitragen
  • Durchführung von 152 Aktivitäten zur Aufklärung über FGM/C
  • 72 Schulungen für Fachkräfte aus dem Gesundheits-, Justiz- und Sozialbereich 

Hintergrund des Projekts

200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit sind Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen (Engl.: Female Genital Mutilation/Cutting, FGM/C). Jährlich sind rund drei Millionen Mädchen in Gefahr, beschnitten zu werden. Die Praktik, die eine teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien umfasst, stellt eine schwere Kinder und Menschenrechtsverletzung dar. Neben akuten Komplikationen, wie Blutverlust, Kollaps, Infektionen und Schmerzen, sind auch Langzeitfolgen, wie schwere Schädigungen der reproduktiven und sexuellen Gesundheit, vermindertes sexuelles Empfinden und psychische Störungen, bekannt. FGM/C wird hauptsächlich in Ländern Afrikas und des Mittleren Ostens praktiziert. Im Kontext globaler Migration ist die Praktik aber inzwischen auch in den EU-Mitgliedsstaaten angekommen. Deutschland, Frankreich und die Niederlande zählen zu den europäischen Ländern mit einer besonders hohen Anzahl an Frauen und Mädchen, die aus FGM/C praktizierenden Ländern kommen.

Unsere Projektziele

Mit diesem Projekt wollen wir das Recht von Mädchen und Frauen auf körperliche Unversehrtheit schützen. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 64.800 von FGM/C betroffene Mädchen und Frauen sowie 15.540 gefährdete Mädchen*. Aus diesem Grund verfolgt unser Projekt einen zweifachen Ansatz: So sollen Mädchen einerseits vor einer möglichen Beschneidung geschützt werden und andererseits betroffene Frauen und Mädchen Unterstützung erhalten. Das Projekt wird in den Städten Hamburg, Berlin, Paris und Amsterdam umgesetzt. In Hamburg wird es finanziell von der Stiftung Hilfe mit Plan, mit Spenden sowie mit Mitteln der Europäischen Kommission unterstützt. Die Projektaktivitäten führen wir auf EU-Ebene gemeinsam mit unseren Partnern TERRE DES FEMMES, der niederländischen Organisation FSAN und der französischen NGO Equipop durch.

*TERRE DES FEMMES 2018 „Dunkelzifferstatistik zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland

Was wir für den Projekterfolg tun

Wir greifen in diesem Projekt auf die konkreten Erfahrungen und Erkenntnisse aus bereits umgesetzten Plan- Projekten zurück. Diese sind in Deutschland die Projekte „CHANGE“ und „CHANGE plus - Mädchen aktiv schützen“ sowie das aktuelle Projekt in Hamburger Flüchtlingseinrichtungen „Aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelung“.

Um in den Communities, die aus FGM praktizierenden Ländern stammen, über die schweren Folgen und Gefahren von FGM/C aufzuklären und um betroffenen Mädchen und Frauen Unterstützung zu bieten, bilden wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern 32 Schlüsselpersonen zu sogenannten CHANGE-Agents aus. Zu ihnen zählen religiöse Autoritäten, Angehörige von Frauengruppen sowie Frauen und Männer aus afrikanischen Communities sowie dem Nahen und Mittleren Osten, wie Irak, Iran oder Afghanistan. In speziellen Trainings beschäftigen sich die CHANGEAgents mit den kulturellen, medizinischen und rechtlichen Aspekten von FGM/C sowie den Rechten von Frauen und Kindern und Methoden des Konfliktmanagements.

Anschließend führen sie Aktivitäten in ihren Communities durch, wobei sie den offenen Dialog über geschlechtsspezifische Gewalt und FGM/C fördern. Ziel ist es, die Unterstützung für FGM/C zu verringern und dadurch Mädchen vor der gewaltvollen Praktik zu schützen. Insgesamt veranstalten die CHANGE-Agents 152 Aktivitäten in den Städten Hamburg, Berlin, Paris und Amsterdam.

Für Fachkräfte verschiedener Berufsgruppen und Behörden, die mit FGM/C zu tun haben, führen 24 CHANGE-Trainer insgesamt 72 Workshops durch. So sollen gut informierte Netzwerke aufgebaut werden, zu denen beispielsweise Anwältinnen und Anwälte, Sozialarbeitende in Flüchtlingsunterkünften, Hebammen, Frauenärztinnen und Frauenärzte gehören. Die CHANGE-Trainer sind erfahrene CHANGE-Agents aus dem Vorgängerprojekt CHANGE plus. Sie kennen die Bedürfnisse der Communities und der von FGM/C betroffenen Mädchen und Frauen gut, sodass sie diese direkt und authentisch an die Fachkräfte weitergeben können.

Gemeinsam mit den Teams unserer Projektpartner nehmen sie auch an lokalen und nationalen Fachdiskussionen mit Behörden teil. Dabei berichten sie über erfolgreiche Ansätze und Verhinderungsstrategien bezüglich FGM/C und erklären, wie betroffene Frauen und Mädchen unterstützt werden können. Zusätzlich leisten sie den CHANGE-Agents bei ihrer Arbeit in den Communities Unterstützung und führen gemeinsam mit ihnen 24 der insgesamt 152 Aktivitäten durch.

Der Kampf gegen FGM/C in Europa ist eng verbunden mit dem Kampf gegen FGM/C in den Herkunftsländern – auch weil Mädchen bei Besuchen in ihren Heimatländern gefährdet sind, dort beschnitten zu werden. Im Rahmen des Projektes findet deshalb ein Austausch über die Strategien und Methoden des Projektes mit Projektpartnern unter anderem in Mali und Benin statt. In einer internationalen Abschlusskonferenz in Paris werden die Projektergebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse mit einem Fachpublikum, Vertreterinnen und Vertretern der Politik und Presse sowie den zuständigen Behörden der involvierten Länder geteilt.

 

Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten

Während der gesamten Laufzeit des Projektes finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte sowie nach Beendigung des Projektes wird eine ausführliche externe Evaluierung durchgeführt.

Das Projekt wird in Hamburg finanziell von der Stiftung Hilfe mit Plan, mit Spenden sowie mit Mitteln der Europäischen Kommission unterstützt.

Unsere Materialien

Zu unserer Arbeit gegen FGM/C, wurden folgende Publikationen veröffentlicht:

Weibliche GenitalverstümmelungPDF | 6,52 MB Download starten
Mutilations génitales fémininesPDF | 2,02 MB Download starten
Flyer: "Let's CHANGE" (englisch)PDF | 2,41 MB Download starten
Schutzbrief gegen weibliche GenitalverstümmelungPDF | 515,01 KB Download starten
Déclaration contre les mutilations génitales...PDF | 522,79 KB Download starten
Female Genital MutilationPDF | 1,97 MB Download starten
Flyer: "Let's change"PDF | 2,41 MB Download starten
Flyer "Let's Change" (französisch)PDF | 2,38 MB Download starten
Statement Opposing Female Genital MutilationPDF | 471,45 KB Download starten
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